Hohe "Tamponsteuer"

Internationaler Tag der Menstruationshygiene: Bluten ist kein Luxus!

Am 28.5. ist Internationaler Tag der Menstruationshygiene
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28. Mai 2019 - 17:03 Uhr

Menstruationsprodukte gelten als Luxusartikel

Die Periode ist das Natürlichste und Normalste im Leben in einer Frau, dennoch gilt sie in vielen Ländern immer noch als Tabuthema. Viele junge Mädchen schämen sich, haben keinen Zugang zu Hygieneprodukten wie Binden oder Tampons, können sie sich nicht leisten oder wissen gar nicht, was das ist. Und auch bei uns in Deutschland gelten Tampons und Co. als Luxusartikel. Bitte was?! Der 28. Mai wurde zum "Internationalen Tag der Menstruationshygiene" erklärt, um auf Problematiken wie diese aufmerksam zu machen.

Tampons, Binden und Co. für viele zu teuer

Wie sollen junge Frauen sich während ihrer Periode in ihrem Körper wohl fühlen, ihn akzeptieren, pflegen und beschützen, wenn sie von der Gesellschaft stigmatisiert werden oder erst gar keinen Zugang zu Hygieneprodukten haben? Hinzu kommt, dass Tampons und Binden zu einem viel zu hohen Preis verkauft werden. In Uganda beispielsweise kostet ein Paket Binden im Schnitt zwei US-Dollar. Das ist mehr, als ein Drittel der Menschen dort am Tag verdient.

In Deutschland kommen auf Tampons, Binden, Slipeinlagen und Menstruationstassen die üblichen 19 Prozent Mehrwertsteuer. 16.000 Euro gibt eine Frau im Laufe ihres Lebens für Hygieneartikel aus. Ist Bluten Luxus? Nicht nur deswegen steigen mittlerweile immer mehr Frauen auf alternative Hygieneartikel um. Derzeit läuft eine Petition an den Bundestag, die Steuer auf den ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent zu senken.

Plan International fordert: Alle Mädchen und Frauen müssen Zugang zu Hygieneprodukten haben

Weil viele junge Mädchen und Frauen in Ländern wie Uganda oder Ghana sich die Produkte nicht leisten können, müssen sie sich mit Notlösungen wie Blättern oder alten Stofflappen behelfen. Das ist nicht nur höchst unangenehm für sie, sondern auch unhygienisch. Sie schämen sich oftmals dafür und verlassen während ihrer Periode nicht das Haus, verpassen dadurch den Schulunterricht oder können nicht zur Arbeit gehen. Plan International unterstützt Frauen und Mädchen in über 25 Ländern auf der Welt dabei, dass sie während ihrer Periode Zugang zu Hygieneartikeln, sauberem Wasser und geeigneten Waschmöglichkeiten in Schulen oder öffentlichen Orten erhalten:

"Menstruationsprodukte wie Binden und Tampons dürfen keine Luxusgüter sein. Hygiene ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass alle Frauen und Mädchen auf der Welt Zugang zu solchen Artikeln haben", fordert Geschäftsführerin Maike Röttger.

Im Video: So lässt sich die Periode verkürzen

Aufklärung in Uganda und Co.

Um den Mädchen zu mehr Selbstliebe und Akzeptanz während ihrer Periode zu verhelfen, initiert Plan International in Ländern wie Uganda Projekte, bei denen Mädchen und auch Jungen in gesundheitlichen Schulungen lernen, wie der weibliche Zyklus funktioniert und wie sie sich vor Infektionen schützen können. Zudem können sie selbst abwaschbare Binden herstellen.