Gegen die Luxussteuer

„The Tampon Book“: Darum verkaufen zwei Frauen Tampons in einem Buch

25. April 2019 - 13:40 Uhr

19 Prozent Mehrwertsteuer auf Tampons?

Wir zahlen sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Edelprodukte wie Kaviar und Trüffel, aber 19 Prozent auf Tampons, Binden, Einlagen und Menstruationstassen. Wussten Sie das? Dabei sind doch Hygieneprodukte, die Frauen einmal im Monat benutzen MÜSSEN, gar keine Luxusartikel. Das ist ganz schön heftig! Das dachten sich auch Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier vom Stuttgarter Start-up "The Female Company" und verkaufen jetzt ein Buch - das Tampons enthält.

Warum man mit "The Tampon Book" auf smarte Weise die teuere Mehrwertsteuer umgeht und welche Idee hinterm Buch steckt, das erfahren Sie im Video.

Warum zahlen Frauen so hohe Mehrwertsteuern auf Tampons, Binden & Co.?

Es ist schon irgendwie unfair, dass wir auf Tampons und Binden immer noch den erhöhten Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zahlen. Denn Frauen suchen sich nicht aus, ob sie einmal im Monat bluten oder nicht. Auch bei Windeln, ein Alltagsprodukt, liegt die Mehrwertsteuer auf 19 Prozent.

Zum Vergleich: Ein vermeintliches Luxusprodukt wie Kaffee hat eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent.

Immer mehr Länder wie Frankreich, Spanien und den Niederladen senken jetzt diese Steuer - nur Deutschland hinkt noch hinterher. Dabei gab es bereits 1968 eine Abstimmung über einen vergünstigten Steuersatz von sieben Prozent. Doch man entschied sich gegen die niedrige Tamponsteuer, wahrscheinlich weil damals nur 36 weibliche Abgeordnete im Bundestag saßen. Über fünzig Jahre später sind es deutlich mehr Frauen und somit ist die Aufmerksamkeit eine andere. Es ist also - hoffentlich - nur eine Frage der Zeit, bis Frauen auf Damen-Hygieneprodukte keine Luxussteuer mehr zahlen müssen.

SPD-Politikerinnen fordern die Senkung der Tamponsteuer

Auch die SPD-Politikerinnen Yasemin Kotra und Nanna-Josephine Roloff bringt es auf die Palme, dass Frauen immer noch eine so hohe Tamponsteuer zahlen müssen. Und das wollen sie ändern!

Im Video sehen Sie, wie diese Petition der beiden Politikerinnen aussieht.