Hätte sein Schicksal verhindert werden können?

Impfung nicht fristgerecht! Gesunder Welpe soll eingeschläfert werden

Freddy ereilt vermutlich bald ein tragisches Schicksal.
Freddy ereilt vermutlich bald ein tragisches Schicksal.
© change.org

30. Juli 2021 - 11:20 Uhr

Unschuldiger Welpe aus Griechenland soll getötet werden

Ein grausames Schicksal, dem ein kleiner Welpe nun offenbar ins Auge blicken muss: Freddy soll voraussichtlich am Samstag in der Schweiz eingeschläfert werden – und das, obwohl es ihm blendend geht! Grund für diese Entscheidung ist laut Schweizer Veterinäramt eine fehlende Tollwut-Impfung. Eine Petition sollte im Voraus eigentlich verhindern, dass der Vierbeiner am Wochenende getötet wird, doch sie blieb ohne großen Erfolg.

Freddy kam illegal in die Schweiz

Um auf die Missstände in diesme Fall aufmerksam zu machen, meldetet sich eine Dame per RTL-Zuschauerpost. Der kleine Toy-Pinscher Freddy wurde laut einem Facebook-Post im Alter von drei Monaten aus Griechenland in die Schweiz eingeflogen, wo er jedoch sofort vom Veterinäramt beschlagnahmt wurde. Zu dem Zeitpunkt war Freddy noch zu jung, um eine Tollwut-Impfung zu erhalten. Und genau das war das große Problem: Ursprünglich stammt das Tier nämlich aus Moldawien, was als Tollwut-Risikoland gilt. Eine Impfung gegen die Krankheit ist somit wichtig.

Laut Facebook-Userin gibt es jedoch eine Bescheinigung, die beweist, dass das Muttertier nachweislich nicht an Tollwut leidet und Freddy nicht mit der Außenwelt in Kontakt getreten ist. Doch das habe dem Schweizer Veterinäramt nicht gereicht.

Die Lage ist unklar. Das Schweizer Veterinäramt lässt sich kaum umstimmen, die Besitzerin des kleinen Hundes entschied sich dazu, rechtlich gegen das Amt vorzugehen.

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Das sagt die Seite der Kläger zu der kuriosen Geschichte

Auf RTL-Anfrage konnte die Besitzerin des Hundes leider keine offiziellen Dokumente vorlegen. Die Assistentin des Anwalts erklärte uns allerdings, dass eine finale Entscheidung aktuell in der Schwebe hänge. Weil seitens der Klägerin Einspruch gegen die Tötungsentscheidung eingereicht wurde, mussten die Schweizer Richter das Unterfangen genauer unter die Lupe nehmen. Ein wichtiges Ergebnis kam laut Anwaltsseite gestern: Der Oberste Gerichtshof in der Schweiz hat entschieden, dass Freddy vorerst nicht getötet werden darf. Der Fall wird weiterhin geprüft. Das ist nicht nur eine gute Nachricht, weil der Hund vorerst verschont bleibt, sondern auch, weil bis dahin nichts unternommen werden darf.

Je länger das Prozedere dauert, desto besser. Wenn noch mehr Zeit verstreicht, ohne dass es zu einer endgültigen Entscheidung kommt, kann der Hund länger in Quarantäne bleiben. Dadurch würde bewiesen werden, dass Freddy nicht wirklich krank ist. Laut der Anwaltsassistentin ist der Hund bereits seit dem 8. Juni in Isolation, er weist keinerlei Symptome auf. Zudem gäbe es Dokumente, die beweisen, dass die Mutter des Hundes durchaus gegen Tollwut geimpft ist. Bedeutet: Auch Freddy würde Antikörper besitzen.

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So reagiert das Schweizer Veterinäramt auf die Umstände

Das Schweizer Veterinäramt aus dem Kanton Genf reagiert auf RTL-Nachfrage und Bitte um Stellungnahme wie folgt: Der Besitzerin von Freddy soll eine Frist gesetzt worden sein, mit dem Hund nach Griechenland zurückzukehren – oder den Hund in ein anderes Land ihrer Wahl zu retten. Allerdings hätten sich die anderen Länder laut Besitzerin geweigert, Freddy aufzunehmen, da er aus einem Tollwut-Risikogebiet (Moldawien) stammt und mit seiner illegalen Einfuhr in die Schweiz und der fehlenden Impfung ein gewisses Risiko darstellt. Die Frist ist mittlerweile natürlich verstrichen, eine Impfung hat Freddy bisher nicht erhalten.

Zudem sagt die Seite des Schweizer Veterinäramts, dass immer mehr Hunde illegal aus dem Ausland – und meist mit einem unsicheren Gesundheitsstatus – in die Schweiz importiert werden. Daher herrscht verstärkt Angst vor der Wiedereinschleppung von Krankheiten wie zum Beispiel Tollwut. Demnach sei es besonders wichtig, dass die Tollwutvorschriften bei der Einfuhr von Tieren eingehalten werden. Werden Tiere aus einem Land oder Gebiet importiert, wo die Krankheit weit verbreitet ist, so wie es bei Teddy der Fall ist, ist mit längeren Überprüfungswartezeiten zu rechnen. Der Grund: Tollwut hat eine lange Inkubationszeit, auch nach mehreren Monaten könnte die Krankheit noch ausbrechen.

Das Veterinäramt wolle letzten Endes die Gesundheit von sowohl Bevölkerung als auch die der Tiere vor einem Tollwut-Ausbruch schützen. Dies seien die allgemeinen Regeln, man habe im Falle Teddys keine Ausnahme machen können.

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Im Fall Teddy bleibt es weiterhin spannend

Ursprünglich sollte Freddy am 20. Juli eingeschläfert werden. Auch die Tötung am kommenden Wochenende konnte zunächst verhindert werden, aufgrund der noch ausstehenden, finalen Entscheidung der Richter. Daher ist der Hund zunächst in Sicherheit. Trotzdem rennt ihm die Zeit davon. (sli/kse/vdü)