"Romeo wurde von seinem Leiden erlöst"

Veterinäramt lässt Hund einschläfern - gegen den Willen des Herrchens

25. Juni 2020 - 9:30 Uhr

Matthias Knedlik kämpfte bis zum Schluss

Verzweifelt kämpfte Mr. Norddeutschland Matthias Knedlik um seinen geliebten Hund Romeo. Vor ein paar Wochen wurde der kranke Labrador-Retriever vom Veterinäramt beschlagnahmt und in einer Tierklinik untergebracht. Für Matthias Knedlik unverständlich und skandalös, doch die Behörde empfand den Gesundheitszustand von Romeo aus veterinärmedizinischen Gesichtspunkten nicht mehr tragbar. Für Mr. Norddeutschland war klar: Nachbarn hatten ihn zu Unrecht angeschwärzt und wollten ihm schaden. Nun hat das Veterinäramt entschieden: Hund Romeo wurde eingeschläfert.

Hund Romeo fast vollständig gelähmt

Seit Juni 2019 hatte es immer wieder Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben, dass Romeo trotz Alterserscheinungen von Matthias Knedlik nicht gut behandelt wurde. "Hiernach lag der Hund sowohl in der prallen Sonne, als auch im Regen völlig ungeschützt und unbeaufsichtigt, angebunden an einem Baum. Der Hund lag ohne Decke stundenlang, auch im Dunkeln, in diesem Zustand, teilweise in seinem eigenen Kot." schildert Udo Möller, Pressesprecher der Stadt Hannover, gegenüber RTL. Mattias Knedlik konnte die Vorwürfe nicht verstehen. Angeblich haben Nachbarn Situationen gemeldet, in denen er nur kurz auf Toilette war oder seinem Liebling etwas zu Essen machte.

Romeo war 16 Jahre alt

Normalerweise werden Labrador-Retriever circa 12 Jahre alt, Romeo befand sich aber schon im 16. Lebensjahr. Allerdings litt der Rüde an Lähmungserscheinungen, konnte nicht mehr richtig laufen oder selbstständig aufstehen. Das bemerkte auch Matthias Knedlik, fand aber die Beschwerden des Hundes in dem Alter völlig normal. Schließlich wird ja jeder mal alt.

"In diesem Zusammenhang wurden wir auch von praktizierenden Tierärzten*innen auf den Zustand des Hundes hingewiesen und um Überprüfung gebeten. Letztmalig hat der Hundehalter seinen Hund unbeaufsichtigt an einem offenen Gewässer abgelegt. Hier ist der tetraparetische Hund beinahe ertrunken. Trotz des alarmierenden Gesundheitszustandes des Hundes, war der Hundehalter nicht bereit, seinem Hund die notwendige tierärztliche Versorgung zukommen zulassen.", so Udo Möller. Matthias Knedlik aber habe, laut eigener Aussage, alles für seinen Hund Romeo getan.

Matthias Knedlik war bei Einschläferung dabei

Aufgrund der "ausweglosen Prognose", wie es vom Veterinäramt heißt, wurde Hund Romeo also jetzt eingeschläfert und von seinen Leiden erlöst. "Intensivmedizinische stationäre Behandlung und fachgerecht durchgeführte Physiotherapie führten nicht zu einer Besserung der schon seit mindestens einem halben Jahr fortschreitenden Lähmungserscheinungen. (..) "Romeo" verweigerte das Futter und Wasser, wurde mit einer Dauertropfinfusion versorgt und musste aktiv ernährt werden. Nach sorgfältigen Abwägungen und basierend auf den Grundideen des Tierschutzgesetzes wurde entschieden, Romeo von seinen Leiden zu erlösen. Diese Einschätzung wurde auch im Eilverfahren durch das Verwaltungsgericht Hannover bestätigt.", so Udo Möller.

Laut Pressemitteilung der Stadt Hannover konnte Hundehalter Matthais Knedlik der Einschläferung beiwohnen.