Impftermine, Röntgenbilder und Krankenakte in einer App: Ab sofort hat "Vivy" Ihre Gesundheitsdaten im Griff

17. September 2018 - 16:25 Uhr

Bedarf ist hoch: Viele Patienten kennen wichtige Daten nicht

Diese Handy-App soll Millionen Versicherten ab sofort das Leben leichter machen. Mit "Vivy" sollen 13,5 Millionen Menschen ab jetzt ihre Gesundheitsdaten digital verwalten können, ganz einfach auf dem Smartphone. In der digitalen Akte können etwa Befunde, Laborwerte und Röntgenbilder gespeichert und mit dem behandelnden Arzt geteilt werden. Das Angebot ist kostenlos. Welche praktischen Möglichkeiten es bietet, erfahren Sie in unserem Video.

"Vivy wird im Praxisalltag vieles einfacher machen"

ARCHIV - 05.06.2018, Berlin: Christian Rebernik, Gründer und Geschäftsführer von "Vivy", zeigt bei der Vorstellung einer neuen digitalen Gesundheitsakte mit dem Namen "Vivy", wie Unterlagen digitalisiert werden. Millionen Versicherte sollen ab 17.09.
Christian Rebernik, Gründer und Geschäftsführer von "Vivy".
© dpa, Michael Kappeler, mkx wst sab

Die Erwartungen sind hoch. "Vivy wird im Praxisalltag vieles einfacher machen, Doppeluntersuchungen vermeiden helfen und mehr Transparenz für Behandler und Patienten schaffen", glaubt DAK-Gesundheit-Chef Andreas Storm.

Wer macht mit, wie sicher ist das Ganze?

Digitale Gesundheitsakte «Vivy»
Die Entwickler versprechen, dass die Daten sicher sind. Nur der Patient kann entscheiden, was mit ihnen passiert.
© deutsche presse agentur

An den Start gehen zwei private und 14 gesetzliche Kassen:

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  • Allianz
  • Gothaer (ab Februar 2019)
  • Barmenia
  • DAK Gesundheit
  • IKK Classic
  • Pronova BKK
  • IKK Südwest
  • MH Plus
  • IKK Nord
  • BKK Gildemeister Seidensticker
  • Heimat Krankenkasse
  • BKK Stadt Augsburg
  • BKK Melitta Plus
  • Bertelsmann BKK
  • BKK Diakonie
  • BKK Dürkopp Adler
  • BKK HMR

Datenschutz? Die Daten der Nutzer seien sicher, heißt es. Nur die Nutzer würden über deren Verwendung entscheiden. Weder die Versicherer noch der beteiligte IT-Dienstleister Bitmarck oder die Vivy GmbH hätten Zugriff darauf. Bei jeder Datenübertragung gebe es mehrstufige Sicherheitsprozesse und eine Verschlüsselung, für die nur der Versicherte den Schlüssel habe. Es sei als sichere Plattform zertifiziert und als Medizinprodukt zugelassen, so die Verantwortlichen.

20 Prozent wurden schon mehrfach geröntgt, weil Bilder nicht vorlagen

Der Bedarf an einer technischen Hilfe scheint groß, hatte eine Umfrage ergeben. Demnach wissen mehr als zwei Drittel der Bundesbürger (69 Prozent) nicht, wann ihr nächster Impftermin ist. 43 Prozent kennen die für sie empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen nicht. Jeder vierte Befragte hat bereits Mehrfachuntersuchungen erlebt, weil Ergebnisse aus anderen Praxen und Kliniken nicht vorlagen. Ein Fünftel der Deutschen wurde deshalb sogar mehrfach geröntgt.

Jeder Dritte geht zwischen drei und zehn Mal im Jahr zum Facharzt, 44 Prozent gehen ebenso oft zum Hausarzt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, dass gesetzlich Versicherte spätestens ab 2021 generell auch per Handy und Tablet ihre Patientendaten einsehen können. Eigene Angebote für elektronische Gesundheitsakten hatten bereits die AOK und die Techniker Krankenkasse (TK) vorgestellt. Wie die Variante der TK funktioniert, erklärt das untere Video.