Deutschland wird zum Nichtschwimmerland

Immer weniger Kinder können schwimmen: Was können Eltern tun?

25. Juni 2019 - 20:03 Uhr

Die Generation Nichtschwimmer

Schwimmen – das kann doch jedes Kind? Falsch! Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft können sich 59 Prozent der Grundschulkinder nicht sicher über Wasser halten. "Das sind alarmierende Zahlen", sagt Thies Wolfhagen vom DLRG. Und nimmt auch die Eltern in die Pflicht. Wie früh Eltern damit anfangen sollten, ihr Kind ans Wasser zu gewöhnen, erklärt der Experte im Video.

„Eltern sind dafür zuständig, dass ihre Kinder schwimmen lernen“

Die Verantwortung dafür, dass ein Kind sicher schwimmen lernt, liegt zuallererst bei den Eltern, findet Thies Wolfhagen. Zusätzlich arbeite der DLRG mit anderen Verbänden und Schulen zusammen, um Eltern und Kinder zu unterstützen. Ein großes Problem liegt laut DLRG aber auch in der Schließung vieler Schwimmbäder, wodurch Gelegenheiten zum Schwimmenlernen verloren gehen.

Immer mehr tödliche Badeunfälle

Die Zahl der ertrunkenen Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren stieg im vergangenen Jahr um 38 Prozent. Auch Erwachsene unterschätzen oft die Gefahren im Wasser. Seit dem offiziellen Sommerbeginn am Freitag sind in Deutschland schon sechs Menschen ertrunken.

In einem Aktionsplan gegen das Ertrinken hat das Land Nordrhein-Westfalen nun beschlossen, den Zuschuss für Ferien-Schwimmkurse, die sich an Nichtschwimmer richten, zu erhöhen.

Vor dem Baden rät der Experte dazu, sich über das Gebiet und mögliche Gefahren zu informieren. Außerdem sollten Sie sich vergewissern, dass der Strand bewacht ist und Rettungsschwimmer im Dienst sind.