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Tierheim Bergheim prangert Trend an

Illegaler Welpenhandel boomt - die felligen Verlierer der Coronakrise

(Symbolbild); Wie diesem kleinen Welpen geht es leider vielen. Auch er sollte illegal in Deutschland verkauft werden. Der verbotene Welpenhandel mit zu jungen und kranken Tieren boomt.
(Symbolbild); Wie diesem kleinen Welpen geht es leider vielen. Auch er sollte illegal in Deutschland verkauft werden. Der verbotene Welpenhandel mit zu jungen und kranken Tieren boomt.
© dpa, -, kno

29. März 2021 - 16:11 Uhr

"Macht euch nicht mitschuldig!"

Wenn diese Augen sprechen könnten, würden sie sagen: Bitte kauft uns nicht. Denn die neun süßen Welpen auf dem Foto des Facebook-Posts sind Opfer der Corona-Pandemie. Alle von ihnen sollten illegal verkauft werden. Seit Beginn der Krise und den damit verbunden Lockdown-Phasen steigt der Wunsch nach Haustieren. Ein gefundenes Fressen für den illegalen und verbotenen Welpenhandel. Mit einem emotionalen Facebook-Aufruf schlägt das Tierheim Bergheim jetzt Alarm.

Das Tierheim warnt vor illegalem Welpenhandel

"Macht Euch nicht mitschuldig", so lautet der Appell des Tierheims. Auf Facebook will das Tierheim alle warnen. Denn der illegale Welpenhandel hat während dieser Pandemie leider Hochkonjunktur. Allein in den letzten Wochen hat das Tierheim über neun neue Welpen aufnehmen müssen. Alle wurden zuvor von der Polizei bei kriminellen Händlern sichergestellt. Im Tierheim Bergeheim sollten sie ein neues, besseres Leben haben. Nur leider ist das für diese Tiere schwer bis gar nicht möglich, denn viele überleben den Handel kaum. Das Tierheim schreibt: "Wir konnten nicht alle retten."

Die Masche

Illegaler Welpenhandel boomt. Auch andere Tierheime warnen. Allein ein Tierheim in Nürnberg musste vor einigen Tagen ganze 101 gefundene Welpen aufpäppeln. So unterschiedlich die Maschen der Kriminellen ist, das Ziel der Händler ist immer gleich: möglichst viel Profit – und das auf Kosten unschuldiger Tieren. Die Händler und Tiere selbst kommen meist aus dem Ausland. Über das Internet geben sich die Händler als private Züchter aus und versuchen, die Welpen zu verkaufen. Häufig zu einem Spottpreis! In der Vergangenheit sind durch diese verdächtigen Preise einige illegale Händler immer wieder aufgeflogen. Aber die Händler lernen dazu und erhöhen die Preise. Mittlerweile werden die illegalen Tiere zwischen 200 und 500 Euro gehandelt. Die Preise sind immer noch viel günstiger als bei einem seriösen Züchter, aber nicht mehr spottbillig.

Die Welpen bezahlen das miese Geschäft oft mit dem Leben

Die Welpen sind die großen Verlierer in der Geschichte und müssen dieses perfide Geschäft oft mit dem Leben bezahlen. Die Tiere werden viel zu früh von ihrer Mutter entrissen, sind krank, falsch oder gar nicht geimpft und werden nicht artgerecht behandelt. Das hinterlässt selbstverständlich Schäden! Einige Tiere überleben den Handel erst gar nicht, andere versterben meist früh bei den neuen Besitzern, die oft nichts davon ahnen. "Dem unwissenden Käufer fällt das erst einmal nicht auf, der Verkäufer ist nur auf den Profit aus - ohne Rücksicht auf Verluste, wenn er ein todkrankes Tier verkauft", schreibt das Tierheim.

Darauf sollten Sie achten:

Damit Hundeliebhabern mit den besten Absichten so ein schlimmes Leid erspart bleibt, gibt es einige Tipps, um illegale Angebote schnell zu erkennen.

Der Preis:

  • Ein zu niedriger Preis sollte Sie stutzig machen! Die Angebote variieren von unter 100 Euro bis zu 500 Euro – zu niedrig für einen Welpen des angeblichen Züchters.

Das Online Inserat:

  • Ein weiterer Hinweis sind die Texte und Nachrichten! Die sind meist mit vielen Rechtschreibfehlern gespickt, die die Händler fast immer aus dem Ausland kommen.

Das Mitleid:

  • Neben den vielen Fehlern ist auch die Geschichte selbst meist ein Hinweis. Denn oftmals setzen die Händler auf eine emotionale und tragische Geschichte des Tieres, um zum Kauf anzuregen.


Die Kontaktaufnahme:

  • Häufig fordern die Händler schnell die Handynummer des Käufers ein. Melden sich dann aber meist nur mit unterdrückter Nummer und geben wenig bis gar nichts bekannt.

Der Treffpunkt:

  • Bei einem seriösen und legalen Kauf treffen sich Käufer und Verkäufer meist im Zuhause des Tieres. Die illegalen Händler setzen auf einen neutralen, öffentlichen Platz.

Nur ein überlegter Kauf ist ein guter Kauf

Das Tierheim Bergheim appelliert an alle Tierliebhaber: "Klärt jeden, den Ihr kennt, darüber auf, welche Folgen der unüberlegte Kauf von Hunden im Internet hat. Wenn es so weitergeht, wissen wir absehbar nicht mehr, wo wir all diese Tiere unterbringen sollen und wie wir die intensive Versorgung der Welpen gewährleisten und finanzieren können." Um das Wohl der Tiere zu garantieren, ruft das Tierheim Bergheim jetzt zu Spenden auf.

Generell gilt: Der Kauf jedes Tieres sollte gut und lange überlegt sein. Anderenfalls schadet man mit einem Spontankauf im Netz Tier und sich selbst als liebender zukünftiger Tierbesitzer. Die einzigen Gewinner in diesem perfiden Spiel sind die Händler, für die das Geld über Leben steht.

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