Weit mehr als nur Stofffasern

Ihgitt! Das steckt alles in gewöhnlichem Hausstaub

16. April 2020 - 12:29 Uhr

Dieser Mix ist ganz schön unappetitlich

Kaum hat man gesaugt und gewischt, ist er auch schon wieder da: Der Kampf gegen den Hausstaub fängt immer wieder von vorne an. Aber woraus genau besteht er überhaupt? Ist er gefährlich für die Gesundheit? Und wie entstehen eigentlich die dicken Wollmäuse unterm Bett? Wir haben mal genauer hingeschaut.

Ein Großteil des Staubs kommt von draußen

Hausstaub besteht aus Partikeln organischer und nicht-organischer Stoffe. Das Umweltbundesamt bezeichnet diese Ansammlung als Sedimentationsstaub, also gröberer Staub, der sich am Boden und auf Flächen absetzt. Dieser gelangt zum Teil von draußen ins Haus, etwa durch Lüften oder an unserer Kleidung und unseren Schuhen, und besteht unter anderem aus:

  • Ruß
  • Straßenschmutz
  • Erde und Sandkörnern
  • Abrieb von Reifen und Bremsen
  • Verbrennungsrückständen aus der Industrie
  • Ausstöße von Heizungsanlagen, vor allem Holz- und Kohleheizungen

Hautschuppen und Insektenreste

Viel interessanter ist aber, was drinnen passiert. Mit seinem Forschungsprojekt "360 Dust Analysis" untersucht Geochemiker Gabriel Filipelli den Inhalt von Staubsaugerbeuteln aus ganz normalen amerikanischen Haushalten und erklärt im Magazin "Fast Company": Rund ein Drittel des Hausstaubs entsteht innerhalb unserer Wohnungen und Häuser. Daran sind wir selbst beteiligt, und zwar buchstäblich mit Haut und Haaren. Denn wir und unsere Haustiere verlieren täglich winzige Hautschuppen, die sich mit dem ganzen Rest vermischen. Fiese Vorstellung! Diese Stoffe konnte Filipelli in den Proben außerdem ausmachen:

  • Essensrückstände
  • Zersetzte Insekten
  • Fasern von Bettwäsche, Kleidung und Teppichen
  • Feinstaub vom Kochen und Rauchen

Hausstaubmilben können Allergien auslösen

Der Staub-Cocktail klingt nicht nur unappetitlich – er kann auch die Gesundheit gefährden. Denn für Hausstaubmilben sind die abgelösten Hautschüppchen ein gefundenes Fressen. Laut der Techniker Krankenkasse verlieren wir davon bis zu zwei Gramm am Tag und könnten damit unfreiwillig etwa 1,5 Millionen Milben versorgen. Zwar sind die Tierchen, die nur rund einen halben Millimeter messen, kein Zeichen für Unsauberkeit, doch auf ihre Ausscheidungen reagieren viele Menschen allergisch. Etwa jede zehnte Person in Deutschland ist von einer Hausstaubmilben-Allergie betroffen.

Zudem fanden sowohl das Umweltbundesamt als auch Filipelli Spuren chemischer Schadstoffe in den Proben – so etwa Weichmacher, die im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Wie gefährlich diese für die Gesundheit sind, hängt allerdings von der Konzentration ab.

Was hilft gegen Hausstaub?

Einen staubfreien Reinraum - das gibt's nur im Labor und der Industrie. Im normalen Haushalt finden sich hingegen mehr als genug Staubmäuse: Ansammlungen von Staub, die durch elektrostatische Aufladungen und Luftströmungen entstehen. Wie wird man die lästigen Ablagerungen am besten los? Das Umweltbundesamt gibt Tipps:

  • Häufiges Lüften – dabei entweicht immer mehr Staub, als hereingetragen wird
  • Straßenschuhe sofort ausziehen, drinnen nur Hausschuhe tragen
  • Hochwertige Türmatten
  • Effizienter Staubsauger – inklusive Zusatzfilter, da der aufgesaugte Staub sonst gleich wieder ungefiltert in die Raumluft gelangt
  • Gegenstände und Möbel feucht abwischen, um den Staub zu binden
  • Möbel, Teppiche, Vorhänge etc. auswählen, die leicht zu reinigen sind
  • Jährliches Reinigen der Teppiche mit Dampf
  • Aufs Rauchen in der Wohnung verzichten
  • Beim Kochen und bei Kerzen Rußentwicklung vermeiden

Welche Tricks noch langfristig helfen und wie Sie effektiv Staub wischen, verraten wir Ihnen hier.