25. April 2018 - 14:22 Uhr

HTLV-I-Virus wird über Bluttransfusionen, Sex oder Stillen übertragen

In Australien ist ein Virus auf dem Vormarsch, das vielen Menschen dort große Angst einjagt: Es ist ein entfernter Verwandter des HI-Virus und wird durch Bluttransfusionen, Stillen oder Sex übertragen.  Allein in fünf Gemeinden rund um Alice Springs tragen laut 'The Guardian' mehr als 45 Prozent der getesteten Erwachsenen das Virus in sich. Betroffen seien vor allem die Aborigines. Die Krankheitsrate sei bei ihnen tausendmal höher als bei Nicht-Aborigines.  Der Name des Virus: HTLV-I.

Wo kommt das Virus HTLV-1 vor?

Das Virus ist kein Ur-australisches Phänomen und wurde auch nicht jetzt neu entdeckt. HTLV-1 komme usrpünglich aus Afrika, bestehe dort schon seit Hunderten von Jahren und ist vermutlich mit den Seefahrern in die Welt getragen worden, so Prof. Dr. Norbert Bannert vom Robert-Koch-Institut zu 'RTL online'. Auch in vielen Ländern Zentralafrikas, Japan, der Karibik, im Iran, Irak, Südindien und weiteren Ländern kommt das Virus vor, informiert die australische Regierung auf ihrer Webseite. In Zentralaustralien seien bis zu 14 Prozent der Bevölkerung betroffen. In Gebieten, in denen kaum Aborigines leben, scheint das Virus noch sehr selten aufzukommen, so die australische Regierung weiter.

Was sind die Symptome? Wie gefährlich ist die Krankheit?

Wer sich mit dem Virus ansteckt, ist lebenslang infiziert. Das Virus kann eine Form der Leukämie auslösen (in etwa 5 Prozent der Fälle) sowie eine Myelopathie/ tropische spastische Paraparese (in etwa 3 Prozent der Fälle). Das ist eine Krankheit, die der Multiplen Sklerose ähnelt. Es gibt weitere Symptome, die aber nicht so eindeutig auf die Ansteckung mit dem HTLV-1-Virus zurückzuführen sind. Dazu zählen: Opportunistische und chronische Lungenerkrankungen, bestimmte Krebsarten, Augenentzündungen sowie Hauterkrankungen wie die norwegische Krätze.

Die Schutzmaßnahmen sind ähnlich wie gegen HIV

Behandlung:

Bisher gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten für das Virus selbst. Die Symptome der Folgekrankheiten können behandelt werden.

Wie können Sie sich schützen?

  • Infizierte sollten kein Blut, Sperma, Körperorgane oder anderes Gewebe spenden.
  • Kondome schützen auch vor HTLV-1: Vermeiden Sie daher ungeschützten Geschlechtsverkehr, insbesondere mit Personen, die aus Gebieten kommen, wo das Virus verbreitet ist.
  • Infizierte Mütter sollten ihre Babys nicht stillen, sondern aufs Fläschchen mit Säuglingsnahrung umstellen.
  • Ärzte und Pfleger sollen sich mit den gängigen Maßnahmen schützen, das reiche auch beim HTLV-1-Virus.

Impfung:

Leider gibt es bisher auch keine Impfung gegen das Virus. Japan forsche intensiv, konnte aber bisher noch keinen Impfstoff entwickeln. Über die Einhaltung der Schutzmaßnahmen konnte die Zahl der Neuinfektionen allerdings stark gesenkt werden, so Bannert.

Sind wir in Deutschland gefährdet?

Nein, nicht mehr oder weniger als in den letzten Jahren auch. Die Ansteckungsgefahr sei seit Jahren extrem niedrig, so Prof. Dr. Norbert Bannert. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit Menschen aus Gebieten, in denen das Virus verbreitet ist, solle vermieden werden. Hier reichen aber alle Vorsichtsmaßnahmen, die Sie auch gegen eine Infektion mit dem HI-Virus ergreifen würden.