Was steckt hinter dem ominösen Undercover-Schock-Video?

Horror-Skandal: Tierschützer soll Hunde-Schlachter für grausames Video bezahlt haben

Stand verkauft Hundefleisch in China.
© dpa, Wu Hong, bsc

26. Mai 2020 - 17:28 Uhr

Stiftete der amerikanische Tierschützer den grausamen Tod der Hunde an?

Es sind grausame Szenen, die die vermeintliche US-Tierschutzorganisation "Animal Hope & Wellness Foundation" im Rahmen eines Undercover-Schock-Videos auf ihrer Website veröffentlicht hat: Ein Hund wird bei lebendigem Leib mit Feuer angesteckt. Er winselt und schreit vor Qualen. Ein weiterer Hund mit bereits abgezogenem Fell wird bei vollem Bewusstsein über der offenen Feuerstelle gegrillt. "Humanes Schlachten" sieht definitiv anders aus und auf diesen Missstand wollte die Organisation, dessen Leiter der amerikanische Tierschützer Mark Ching ist, aufmerksam machen. Doch jetzt wird der Verdacht geäußert, Ching soll die asiatischen Hunde-Schlachter dafür bezahlt haben, unschuldige Hunde so grausam zu Tode zu quälen, wie die "Los Angeles Times" berichtet.

Was ist wirklich passiert?

Das veröffentlichte Video der Organisation soll der 41-jährige Marc Ching gefilmt haben, um auf die Missstände in der asiatischen Hundefleisch-Industrie aufmerksam zu machen. Gleichzeitig sammelt Chings Oranistation Geld, um Hunde aus asiatischen Schlachthäusern zu retten. Doch laut der "Los Angeles Times" soll es sich bei dem veröffentlichten Video um eine gefälschte Undercover-Dokumentation handeln. Asiatische Tierschützer sollen demnach zuerst auf den vermeintlichen Betrug von Marc Ching aufmerksam gemacht haben.

Verschiedenen Berichterstattungen zufolge, soll der angebliche Tierschützer Marc Ching unter dem Vorwand, Hundefleisch kaufen zu wollen, zunächst auf verschiedene Schlachter in Indonesien zugegangen sein. Anschließend soll er von ihnen verlangt haben, die Hunde auf abartige Weise zu töten, um sie dabei zu filmen. Im Nachhinein sollen sich die Metzger an eine lokale Zeitung gewendet haben, sodass der Fall nun publik wurde.

Mit dem Clip soll Marc Ching versucht haben, die indonesischen Schlachter als grausame Tierquäler darzustellen. In Asien würden die Hunde zwar tatsächlich zum Verzehr geschlachtet, doch es geschehe nicht unter solch grausamen Methoden, wie die Szenen in Chings Video zeigen.

Marc Ching bestreitet Vorwürfe

Auf seiner Tierschutz-Website äußerte sich der umstrittene Tierschützer zu den erheblichen Vorwürfen: "Wir bezahlten verschiedene Schlachthöfe auf der ganzen Welt, um Zugang zu Schlachthöfen zu erhalten. Wir haben bezahlt, um Hunde von diesen Schlachthöfen zu kaufen. Wir bezahlten, um sie (bei der Arbeit) zu sehen. Aber wir haben ihnen nie gesagt, wie sie die Hunde töten sollen, oder irgendetwas inszeniert."

So soll das Video laut dem vermeintlichen Tierschützer die tatsächliche Situation widerspiegeln: "In Bezug auf die Folter von Hunden. Das gibt es nicht an jedem Ort und nicht in jeder Region. Große Einrichtungen haben in der Regel nicht die Zeit, die Art von Dingen zu tun, die viele dokumentiert haben. Auf kleineren Hinterhofplätzen oder in Restaurants kann man sie jedoch dabei beobachten, wie Hunde aufgehängt, geschlagen oder lebendig verbrannt werden."

Neben Ching soll sich inzwischen auch sein Anwalt Russell M. Selmont zu Wort gemeldet haben. Es würden keine Beweise dafür geben, dass sein Klient "jemals die Verbrennung von Hunden inszeniert hat (...) oder jemals wissentlich oder absichtlich zur Schädigung von Tieren beigetragen hat". Vielmehr seien die Aussagen der indonesischen Hunde-Schlachter unglaubwürdig, da sie jetzt Angst um ihre Existenz hätten, so der Anwalt in dem Bericht.