Sofort gesünder sitzen

Homeoffice-Hacks: 5 gute Alternativen zum Bürostuhl

Ein ergonomischer Bürostuhl ist gut für Ihr Wohlbefinden.
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26. Januar 2021 - 12:12 Uhr

Sitzbälle oder Hocker halten uns fit

Vor allem in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling ist eine gesunde Haltung wichtig. Denn ansonsten sind – durch die fehlende Bewegung – Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen die Folge. Doch gesundes Sitzen hat viele Facetten: Sie können einen klassischen Bürostuhl benutzen oder aber Alternativen wie Sitzbälle oder verstellbare Hocker. Wichtig ist, die eigenen Ansprüche und die Ihrer Familie zu kennen. Wir stellen Ihnen die besten alternativen Sitzmöglichkeiten vor.

Bürostuhl oder doch lieber eine Alternative?

Der menschliche Körper ist nicht für stundenlanges Sitzen gemacht. Die Muskeln verkürzen oder verspannen sich und Rücken, Nacken oder Schultern schmerzen relativ schnell. Noch schlimmer: Zu wenig Bewegung kann auf Dauer zu Übergewicht bis hin zu Diabetes und Stoffwechselkreislauf und langsamerer Durchblutung führen. Was aber tun, wenn sich langes Sitzen nicht vermeiden lässt? Und welche Sitzmöglichkeit sollten Sie wählen, damit Sie den langen Tag gut überstehen?

Der klassischer Bürostuhl ist in Ordnung, wenn er bestimmte Voraussetzungen erfüllt

Natürlich spielt auch die Optik bei der Auswahl eines Bürostuhls eine Rolle, aber letztendlich ist die Ergonomie entscheidend. Der Stuhl sollte die natürliche Haltung unterstützen, individuell einstellbar sein und die Beweglichkeit fördern. Denn nur so können Sie oder Ihre Lieben unliebsamen Beschwerden vorbeugen. Das sind die wichtigsten Bürostuhl-Eigenschaften auf einen Blick:

  • Sitzfläche, Rückenlehne und Armlehnen sollten höhenverstellbar und kippbar sein.
  • Die Rückenlehne sollte so geformt sein, dass sie die natürliche Krümmung der Wirbelsäule (Lordose) unterstützt.
  • Die Polsterung des Bürostuhls sollte weder zu weich noch zu hart sein. Der Stoff ist idealerweise atmungsaktiv, strapazierfähig und rutschfest.
  • Eine Kopf- oder Nackenstütze ist kein Muss. Beide Varianten können aber die Halswirbelsäule entlasten.
  • Sofern Rollen vorhanden sind, sollten diese an den Untergrund angepasst sein: weich bei hartem Boden, hart bei weichem Teppichboden.

Alternativ können Sie Ihren vorhanden Bürostuhl aufpeppen. Sei es durch ein ergonomisches Sitz- oder ein spezielles Rückenkissen* 🛒 für besseren Sitzkomfort, eine bessere Haltung und weniger Nacken- und/oder Rückenschmerzen.

Sitzball als Bürostuhl-Alternative.
Langes Sitzen auf einem Sitzball sollte vermieden werden.
© Andrey Popov (Andrey Popov (Photographer) - [None], Andrey Popov

Ein Sitzball trainiert den Gleichgewichtssinn

Ein Sitzball bedeutet "Dynamisches Sitzen" – er soll die Konzentration fördern, munter machen und den Gleichgewichtssinn trainieren. Zudem stärkt er die Rückenmuskulatur und korrigiert die Wirbelsäule. Aber im Gegensatz zu einem Schreibtischstuhl ist ein Sitzball nicht verstellbar. Die Größe und der Gehalt an Luft lassen sich nur geringfügig an den eigenen Körper anpassen. Auch an die Höhe des Büro- oder des Schreibtischs lässt sich der Ball nicht angleichen. Zudem ist mit der Nutzung eine erhöhte Unfallgefahr verbunden. Denn ein Sitzball für den Schreibtisch hat –anders als ein Schreibtischstuhl – keine Lehne und das Gleichgewicht muss permanent gehalten werden. Es gibt aber auch Bälle mit einem eingearbeiteten oder separaten Bodenring, damit das gute Stück nicht so leicht wegrollen kann.

Die Füße müssen die ganze Zeit fest auf dem Boden bleiben, um den Ball zu stabilisieren. Der Körper bleibt zwar aktiv und die Muskeln müssen ordentlich arbeiten, aber das kann sehr anstrengend sein und führt bei längerem Arbeiten, wie beispielsweise dem Tippen auf der Tastatur, der Maus oder dem konzentrierten Blick auf den Bildschirm, zu einer verkrampften Körperhaltung. Sportwissenschaftler Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln rät, nicht länger als 30 Minuten am Stück auf der Bürostuhl-Alternative zu sitzen. Denn dauerhaftes Sitzen könne dem Körper sogar schaden.

Die Größe des Sitzballs richtet sich nach Körpergröße und Armlänge. Zum Sitzen empfiehlt sich ein schwingungsgedämpfter, stabiler Sitzball ("Anti-Burst-System" – ABS). Achten Sie beim Kauf zudem auf einen mit Stoff oder Filz bezogenen Ball* 🛒. Das ist viel angenehmer zum Sitzen, der Ball rutscht nicht so schnell weg - und bei vielen Modellen kann der Bezug abgenommen und gewaschen werden. Oder aber Sie kaufen passend zu Ihrem vorhandenen Ball aus PVC eine entsprechende Hülle.

Ergonomischer Hocker

Ergonomischer Hocker
Ein ergonomischer Hocker kann eine schöne Abwechslung zum klassischen Bürostuhl sein.
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Der perfekte Bürohocker muss nicht zwangsläufig mit seinem Design oder seiner Bauweise überzeugen. Er sollte flexibel sein, was bedeutet, dass er höhenverstellbar ist und so an den Arbeitsplatz angepasst werden kann. Durch den Verzicht auf eine Rückenlehne übernimmt die Rücken- und Bauchmuskulatur die Stützfunktion des Oberkörpers. Der Rücken wird trainiert und die Wirbelsäule entlastet. Die Atmung soll sich verbessern und das Gehirn besser mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Auf einem Fitnesshocker können Sie sich flexibel in alle Richtungen bewegen, denn die Armlehnen fehlen. Das sorgt für größtmögliche Freiheit beim Sitzen.
» Aber auch hier gilt: Verändern Sie ab und zu Ihre Sitzhaltung und stehen Sie immer mal wieder auf.

Der "Aeris Swopper"* 🛒 mit patentierter Federmechanik ermöglicht im Vergleich zu anderen Pendelhockern auch eine vertikale Bewegung. Er ist sozusagen grenzenlos beweglich: Sie können beim Sitzen nicht nur nach vorne, hinten und zu den Seiten pendeln, sondern auch auf und ab "swoppen". Sie trainieren somit, ohne es zu bemerken, Ihren Rücken und entlasten dabei Ihre Wirbelsäule. Das beugt Verspannungen und Schmerzen vor und Sie können ganz entspannt arbeiten.

Für die Kleinen heißt der Stuhl "Aeris Swoopster"* 🛒. Der macht durch die Bewegungsmöglichkeiten nicht nur Spaß, sondern fördert gleichzeitig die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder und lässt sie länger wach und konzentriert bleiben.

Tipp: Passende Rollen, Gleiter oder auch eine Rückenlehne können beim "Aeris Swooper" nachträglich angebraucht werden.

Ergonomischer Kniehocker

Beim Kniehocker* 🛒 ist die Wirbelsäule schön gerade aufgerichtet, die Beweglichkeit im Oberkörper ist gegeben, Rücken und Wirbelsäule werden entlastet und sogar die Verdauung soll gefördert werden.

Charakteristisch für den Hocker ist eine schräge Sitzfläche und zwei Polster für die Unterschenkel. Wenn Sie richtig darauf "hocken", befinden sich ihre Füße unter dem Gesäß. Beine und Knie sind so einer starken Belastung ausgesetzt. Auch fehlt die stützende Rückenlehne, die Durchblutung im Unterkörper ist blockiert und die Sitzposition eingeschränkt. Daher ist ein Kniehocker keine Dauerlösung. Wenn Sie mehrere Stunden am Bildschirm arbeiten, sollten Sie ihrem Rücken mehr Stütze anbieten, zum Beispiel mit einem guten Bürostuhl.

Tipp: Verlagern Sie regelmäßig ihr Gewicht, stehen Sie immer mal wieder auf oder wechseln Sie die Sitzmöglichkeiten.

Kniehocker sind für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet. Aber achten Sie darauf, dass der Hocker höhenverstellbar ist und möglichst rollbar ist. Es sind auch optisch ansprechende Kniehocker (Balans-Stühle oder Kufenstühle) auf dem Markt, die zwar stylisch aussehen, aber nicht verstellbar sind. Und die Möglichkeit Rollen anzubringen ist ebenfalls nicht gegeben.

Sattelstuhl oder -hocker

Diese Bürostuhl-Alternative ist sowohl mit als auch ohne Rückenlehne erhältlich. Anders als herkömmliche Stühle und Hocker haben Sattelstühle* 🛒 keine gerade Sitzfläche, sondern eine sattelförmige. Diese sorgt für eine spezielle Haltung der Oberschenkel und, damit verbunden, zu maximaler Beweglichkeit am Arbeitsplatz. Ein weiterer Vorteil dieser Bürostuhl-Alternative: Durch die Sattelform wird die Hüfte leicht nach vorn geneigt und die Wirbelsäule richtet sich automatisch in eine aufrechte Position aus.

Sattelstühle gibt es mit einer einteiligen (durchgehenden) oder mit einer zweigeteilten Sitzfläche. Bei einem durchgehenden Sattel kann, je nach Bauform, ein leicht erhöhter Druck auf den Genitalbereich ausgeübt werden. Einige Menschen empfinden das als sehr unangenehm - vor allem bei längerem Sitzen.

Eine Alternative kann ein Sattelstuhl mit einer zweigeteilten Sitzfläche sein. Durch die entstehende Mittelspalte wird der Druck gemindert. Eine geteilte Sitzfläche bietet besonders Männern eine bessere Sitzkultur. Doch auch für Frauen macht diese Variante Sinn, denn bei einer einteiligen Sitzfläche vergrößert der Druck auf den Beckenboden das Risiko an einer Infektion zu erkranken. Bei einer geteilten Sitzfläche dagegen lastet kaum Druck auf dem Schambein und den empfindlichen Organen.

Gaming-Stuhl

Ein Gaming-Stuhl* 🛒 ist eigentlich nichts anderes als ein spezieller Bürostuhl zum Zocken, aber er unterscheidet sich durch sein stylishes "Racing-Design" nicht nur optisch von einem herkömmlichen Bürostuhl, sondern bietet zudem ein Maximum an Komfort und Ergonomie und lässt sich vielfältig einstellen. Die spezifische Form ist einem Schalensitz – nur viel bequemer - nachempfunden, daher auch die Bezeichnung "Racer-Stuhl", und die steigert bei vielen Zockern das coole Game-Feeling.

Der Gaming-Stuhl ist speziell für lange PC-Sessions konzipiert und passt sich dank vieler Einstellmöglichkeiten perfekt an den Körper an. Armlehnen, Sitz und Rückenlehne mit integrierter Lendenwirbelstütze lassen sich individuell anpassen. In diesem Bereich können viele Bürostühle nicht mithalten – Schmerzen in Hals, Schultern und Nacken sind dann die Folge.

Darüber hinaus gibt es die stylishen Racer-Stühle in vielen farblichen Varianten, oft zweifarbig, und nicht nur im typischen Schwarz oder Braun. Die meisten Modelle verfügen über einen Stoffbezug, es gibt aber auch Stühle, die mit Kunstleder oder Leder bezogen sind.

Tipp: Achten Sie darauf, dass der Stuhl stabil und gut verarbeitet ist und nicht wackelt.

Stehhilfe

An höhenverstellbaren Schreibtischen* 🛒 können Sie sowohl im Sitzen als auch im Stehen arbeiten. Arbeiten Sie im Stehen, dann sprechen Sie ihre Muskeln und ihren Kreislauf an. Eine sogenannte Stehhilfe entlastet Ihre Wirbelsäule und ihre Beine und beugt so Schmerzen und Verspannungen vor, denn sie fängt bis zu 70 Prozent des Körpergewichts ab. Dabei ist es wichtig, dass Sie während der Arbeitszeit verschiedene Haltungen einnehmen. Laut "Apotheken Umschau" sollten idealerweise 30 Prozent der Arbeitszeit stehend verbracht werden.

Stehhilfen sind mit einem Säulengestell ausgestattet, in dem sich eine Gasfeder befindet. Dadurch lassen sich unterschiedliche Arbeitshöhen einstellen. Ein stabiler Fuß gibt der Stehhilfe einen sicheren Stand. Es gibt Modelle mit festen oder beweglichen Füßen. Durch die bewegliche Mechanik wird gewährleistet, dass die Stehhilfe ihre Bewegungen mitmacht, ohne dass sich der Fuß vom Boden hebt. Achten Sie bei der Auswahl des Modells darauf, dass Sie die Sitzneigung verstellen können.

Tipp: Sie können die Stehhilfe auch gut beim Bügeln oder Kochen einsetzen.

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