Kohleausstieg bis 2030?

Hofreiter will nichts überstürzen: "Wir können ja nicht einfach die Lichter ausschalten“

19. Oktober 2021 - 9:46 Uhr

"Kann nicht einfach Kraftwerke ausschalten, es braucht dann eine andere Stromform"

Die Grünen forderten im Wahlkampf ein vorgezogenen Kohleausstieg, aber konnten SPD und FDP in den Sondierungsgesprächen nicht von einem festen Datum überzeugen. Im Sondierungspapier steht, dass ein beschleunigter Kohleausstieg "idealerweise" bis 2030 umgesetzt wird. Diese Formulierung lässt die Hintertür offen, die Kraftwerke wie geplant bis 2038 laufen zu lassen. Der Grünen-Fraktionsvorsitzender Anton Hofreiter verteidigt die Einigung.

Im "Frühstart" erklärt Hofreiter: "Man kann nicht einfach die Kraftwerke ausschalten, sondern es braucht dann eine andere Stromform. Also "Idealerweise" bedeutet, dass wir die Kohlekraftwerke durch erneuerbare Energien ersetzen müssen." Die neue Regierung müsse die Wind- und Sonnenenergie schnell ausbauen, so der Grünen-Politiker weiter. "Wenn uns das gelingt, dann wird es uns auch gelingen, die Kohlekraftwerke abzuschalten. Wir können ja nicht einfach die Lichter ausschalten."

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"Die neue Bundesregierung wird Antreiber auf der europäischen Ebene sein"

Eine konkrete CO2-Bepreisung war für die Grünen ebenfalls ein zentrales Thema im Wahlkampf, jedoch konnten sich die Ampelparteien in den Sondierungsgesprächen nicht auf ein gemeinsamen Vorgehen einigen. Für Hofreiter ist die Debatte damit aber noch nicht vom Tisch: "Das ist natürlich noch eine Aufgabe für die Koalitionsverhandlungen."

Im Allgemeinen lobt Hofreiter die Klimapositionen im Sondierungspapier, und hebt hervor, dass SPD, FDP und Grüne alle Klimaschutz-Maßnahmen der EU-Kommission unterstützen würden, dazu würde auch das Ende des Verbrennungsmotor bis 2035 zählen. "Das ist ein großer Fortschritt im Vergleich zur Vergangenheit, in der Deutschland der Bremser war. Die neue Bundesregierung wird Antreiber auf der europäischen Ebene sein.", so Hofreiter weiter.