Ist das wirklich klug?

"Wirtschaftsweise" Schnitzer fordert Mega-Renten-Hammer

ARCHIV - 26.06.2012, Baden-Württemberg, Stuttgart: ILLUSTRATION - Eine ältere Frau zählt Geld. Rund zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten in Sachsen-Anhalt droht nach 40 Arbeitsjahren eine Rente unter 1200 Euro netto. (zu dpa «Vielen Beschäftigten i
Vielen Beschäftigten droht eine geringe Rente
mut lre kde pil pil jai geh kno , dpa, Marijan Murat

Die „Wirtschaftsweise“ Monika Schnitzer fordert eine einschneidende Rentenreform: Die Beitragssätze müssten steigen, das Renteneintrittsalter erhöht werden und die Renten sollten langsamer steigen als die Löhne. Für die meisten Beschäftigten sicher eine Horrorvorstellung.

ARCHIV - 09.11.2022, Berlin: Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats, nimmt an der Vorstellung das Jahresgutachten 2022/2023 zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Teil. (zu dpa "Ökonomin gegen Dividenden bei Preisbrem
Wirtschaftsweise Monika Schnitzer.
mkx geo wst, dpa, Michael Kappeler

Sachverständige will Renten-Albtraum einführen

Die Generation der Babyboomer „hat über ihre Verhältnisse gelebt. Wir haben zu wenig Kinder großgezogen und zu wenig zurückgelegt“, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der „Süddeutschen Zeitung“. Jetzt sei jede Stellschraube notwendig.

  • Die Rente mit 63 müsse abgeschafft werden.
  • Die Beitragssätze sollten jetzt erhöht werden, um die Babyboomer noch an den Kosten zu beteiligen.
  • Zugleich müssten die Renten von der Lohnentwicklung abgekoppelt werden

„Die Renten sollten nicht mehr so stark steigen wie die Löhne.“ Und „wer doppelt so viel in die Rentenkasse einzahlt, sollte nicht mehr automatisch doppelt so viel herausbekommen“, forderte die Professorin. Auch das Renteneintrittsalter müsse steigen - zum Beispiel um acht Monate für jedes Jahr zusätzlicher Lebenserwartung.

Im Jahr 2061 gäbe es in Deutschland dann voraussichtlich die Rente mit 69.

„Die Menschen werden selbst mehr vorsorgen müssen“

Die Politik traue sich aber nicht an das Thema heran. „Das wird aufgeschoben, bis es nicht mehr geht“, sagte Schnitzer. Wenn Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) den Beitragssatz tatsächlich kaum erhöhen und den gesetzlichen Rentenbeginn bei 67 Jahren halten wollte, reiche das „ganz sicher nicht“.

Schon fließe ein Viertel des gesamten Bundeshaushalts in die Renten. „Wenn wir es so laufen lassen, müsste der Bund in 25 Jahren mehr als die Hälfte des Haushalts dafür ausgeben. Das kann nicht funktionieren.“

Der deutsche Arbeitsmarkt brauche 400.000 Zuwanderer im Jahr. „Aber wenn jemand im späten Alter kommt und seine eigenen Rentenansprüche nicht erarbeitet, sondern später Grundsicherung bezieht, hilft das dem Sozialstaat nichts“, sagte Schnitzer.

Auch die Pflegeversicherung reiche bei Weitem nicht. „Die Menschen werden selbst mehr vorsorgen müssen.“ Alle Menschen „müssen für die Kosten, die sie im Laufe des Lebens verursachen, früh Rücklagen bilden“.

Monika Schnitzer ist Professorin in München. Sie erhält später eine üppige Pension vom Staat. (dpa/aze)

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