Wohl auch verantwortlich für den Brand im Krefelder Zoo

Ein Junge ist der Grund, warum Himmelslaternen seit 2009 verboten sind

Eine solche Himmelslaterne soll das Feuer im Krefelder Zoo ausgelöst haben.
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02. Januar 2020 - 13:22 Uhr

Himmelslaternen sollen für den Brand im Krefelder Affenhaus verantwortlich sein

Zu besonderen Anlässen wurden Himmelslaternen gerne steigen gelassen. Doch nachdem es 2009 zu einem tragischen Unfall kam, wurden sie fast überall in Deutschland verboten. Doch wie funktionieren die Papierlaternen? Und wo sind sie auch heute noch erlaubt?

In der Silvesternacht sollen sie den Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos verursacht haben, bei dem fast alle Tiere starben. Die Polizei sucht jetzt nach den Verantwortlichen.

Kleiner Junge starb bei tragischem Unfall

In der Nähe von Siegen kam es 2009 bereits zu einem tragischen Unfall. Ein 23-jähriger Nachbar des zehnjährigen Dominik S. zündete eine Himmelslaterne und ließ sie steigen. Der Wind wehte die Laterne in das Nachbarhaus, in dem Dominik schlief und setzte es in Brand. Für den 10-Jährigen kam jede Hilfe zu spät.

Die Eltern des Jungen hofften im anschließenden Prozess auf ein abschreckendes Urteil für den 23-Jährigen. Vor dem Landgericht Siegen musste er sich wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Brandstiftung verantworten. Nach Auffassung des Richters sei dem 23-Jährigen allerdings nur eine geringe Schuld nachzuweisen. Er bekam als Auflage 200 Sozialstunden, die er in einem Siegener Kinderheim ableisten sollte.

Dominiks Vater kämpfte mit allen Mitteln und der Hilfe vieler Feuerwehrmännern, die seinen Sohn in der Unglücksnacht nicht retten konnten, für ein Verbot der Himmelslaternen. Das kam dann auch 2009 fast bundesweit.

Wie funktionieren Himmelslaternen?

Die Laternen bestehen zum Großteil aus Papier, das mit einigen Streben aus Bambus oder einem anderen Material zusammengehalten wird. Das Papier bildet nach oben eine Haube und funktioniert durch das offene Feuer genau wie ein Heißluftballon. Für die Flamme ist eine Behälter mit brennbarer Flüssigkeit oder ein in Wachs getunktes Baumwolltuch an der Laterne angebracht.

Diese Kombination macht die Laternen sehr gefährlich, denn schon beim Start kann die Flamme das Papier in Brand setzen. Sind die Windverhältnisse ungünstig, kann die Laterne leicht gegen etwas Brennbares geweht werden und – wie im Fall des Krefelder Affenhauses – großen Schaden anrichten.

Neben Gebäuden sind auch Wiesen und Wälder in Gefahr, durch das offene Feuer in Brand zu geraten. Steigen sie hoch, können sie außerdem das Radar des Flugverkehrs stören.

Unter welchen Auflagen und in welchem Bundesland die Himmelslaternen noch heute erlaubt sind, erklären wir hier.