Karl Lauterbach sieht Hoffnungsschimmer

Kann ein Asthma-Inhalator schwere Corona-Verläufe abmildern?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist begeistert von einer britischen Studie
© dpa, Oliver Berg, obe abl alf

11. Februar 2021 - 9:14 Uhr

"Das wäre sehr bedeutsam"

Der deutsche Mediziner und Politiker Karl Lauterbach (SPD) weist auf Twitter auf eine Studie der britischen Elite-Universität Oxford hin, die für die Behandlung von Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, bedeutsam sein könnte. Die Wissenschaftler haben den Einsatz und die Wirkung eines Asthma-Medikaments untersucht. Das Ergebnis: bis zu 90 Prozent der Krankenhausfälle könnte so verhindert werden.

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Medikament reduziert auch die Genesungszeit

Budesonid ist ein Arzneimittel, das normalerweise zur Behandlung von Asthma, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen oder Heuschnupfen genutzt wird. In der Studie mit 146 Teilnehmer der Universität Oxford ist das Medikament nun bei Patienten eingesetzt worden, die sich mit Covid-19 infiziert hatten. Die Hälfte der Teilnehmer bekam über 28 Tage lang zweimal täglich Budesonid verabreicht, die andere Hälfte wurde normal behandelt. Es zeigte sich, dass Krankenhausaufenthalte in bis zu 90 Prozent der Fälle verhindert werden konnte. Auch die typischen Corona-Symptome wie Fieber stellten sich schneller ein als bei den nicht mit Budesonid behandelten Patienten. Wichtig sei, dass die Behandlung innerhalb der ersten sieben Tage nach Auftreten der ersten Symptome erfolge.

Hoffnungsschimmer für Millionen Menschen

"Das Ergebnis ist plausibel", meint SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter. Insbesondere für Millionen von Menschen, die keinen Zugang zur Krankenhausversorgung haben, könnte diese Studie von immenser Bedeutung sein. Auch die Leiterin der Untersuchung, Professor Mona Bafadhel hebt einen Effekt besonders positiv hervor: "Ich bin erfreut darüber, dass ein relativ sicheres, weit verbreitetes und gut untersuchtes Arzneimittel wie ein inhaliertes Steroid einen Einfluss auf den Druck haben könnte, den wir während der Pandemie erfahren."