Videotelefonie mit Herrchen und Frauchen

Hilfe für einsame Hunde: Forscherin entwickelt "DogPhone"

18. November 2021 - 11:11 Uhr

Vermissen hat ein Ende

Hunde sind oft allein zu Hause, wenn ihre Besitzer arbeiten. Gerade während der Corona-Pandemie und Home-Office-Zeiten angeschaffte Hunde sind das viele Alleinsein nicht gewöhnt und vermissen ihre Herrchen und Frauchen schon nach kurzer Zeit. Für diese Vierbeiner hat eine Forscherin der schottischen Universität Glasgow eine besondere Form der Videotelefonie erfunden, mit der die einsamen Fellnasen ihre Besitzer kontaktieren können. Bei der Entwicklung des "DogPhone" hat Ilyena Hirskyj-Douglas vor allem ihr zehnjähriger Labrador "Zack" geholfen. Im Video sehen Sie, wie dieses spezielle Hundes-Spielzeug funktioniert.

Hunde können ins Internet gehen

Das "DogPhone2 ist das erste "System seiner Art, das es Tieren ermöglicht, das Internet zu nutzen, um ihre Besitzer zu kontaktieren", erklärte die Hochschule in Glasgow. Es hat vor allem das Ziel, aufkommende Verlustangst bei Hunden zu verringern, indem sie ihre Besitzer hören und sehen können.

Die Forscherin Hirskyj-Douglas gilt als Spezialistin für die Interaktion von Tieren mit Computern. Das neu erfundene Hunde-Telefon steckt in einem Ball und hat einen integrierten Beschleunigungsmesser. Sobald der Ball von dem Hund geschüttelt und damit aktiviert wird, baut ein drahtlos damit verbundener Rechner eine Verbindung zum Besitzer auf. Natürlich kann auch der Besitzer über diesen Weg den Hund anrufen. Allerdings kann der Vierbeiner dann selbst entscheiden, ob er dran gehen will, oder nicht.

Ilyena Hirskyj-Douglas mit ihrem zehnjährigen Labrador „Zack“.
Ilyena Hirskyj-Douglas mit ihrem zehnjährigen Labrador „Zack“.
© University of Glasgow

"DogPhone" wird noch weiter optimiert

Während der Entwicklung des "DogPhone" wurde die Forscherin tatkräftig von ihrem eigenen Hund "Zack" unterstützt. So zeigte Hirskyj-Douglas ihrem Hund erst einmal, wie er damit einen Videoanruf starten kann. Danach bekam "Zack" den Ball 16 Tage lang zum Spielen- und hat natürlich auch einige Male aus Versehen seine Besitzerin angerufen. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, nutzte der Hund die Videotelefonie offenbar auch, um seiner Besitzerin seine Spielzeuge zu zeigen. Hirskyj-Douglas zeigte ihm dafür, wo sie sich selbst gerade aufhielt. "Zack" signalisierte nach Angaben der Forscherin sein deutliches Interesse, in dem er seine Ohren spitzte.

"Wir können natürlich nicht sicher sein, dass "Zack" der kausale Zusammenhang zwischen dem Aufheben des Balles und dem Anruf bewusst ist", sagte Hirskyj-Douglas. "Aber es ist klar, dass er in bestimmten Fällen wirklich interessiert war an dem, was er sah, und dass er sogar manche Verhaltensweisen an den Tag legte, die er sonst zeigt, wenn wir physisch zusammen sind." Hirskyj-Douglas will das "DogPhone" noch weiter optimieren. Aber schon jetzt kann es den ein oder anderen Vierbeiner sicher ein wenig von seiner Einsamkeit nehmen. (lgr)