Ausgesummt in Hessen?

Weniger Wespen wegen nasskaltem Frühjahr

Das nasskalte Wetter im Frühling habe dazu geführt, dass die Wespen nicht ausreichend Nahrung fanden, um ihre Larven zu füttern
Das nasskalte Wetter im Frühling habe dazu geführt, dass die Wespen nicht ausreichend Nahrung fanden, um ihre Larven zu füttern
© dpa, Julian Stratenschulte, jst jol

19. August 2021 - 10:25 Uhr

Für die meisten Menschen sind sie nervig. Doch diese Insekten sind unglaublich nützlich: Wespen übernehmen im Ökosystem wichtige Aufgaben. Gerade die sonst häufig lästigen Arten sieht man in diesem Jahr selten - das sorgt für Entspannung an Kuchenbuffet und Grill.

Temperaturen haben Konsequenzen

Eigentlich sind die Monate Juli und August Wespenzeit - doch in diesem Jahr machen sich die Insekten rar. Das nasskalte Wetter im Frühling habe dazu geführt, dass die Wespen nicht ausreichend Nahrung fanden, um ihre Larven zu füttern, sagte Brigitte Martin vom Umweltverband BUND Darmstadt der Deutschen Presse-Agentur. Das hat auch Folgen für andere Tierarten, denn die Wespen selbst und ihre Larven dienen ebenfalls als Nahrung. So beispielsweise für die Hornisse, den Wespenbussard oder die Spitzmaus.

Diese Arten sind betroffen

Konkret handelt es sich um Völker der Deutschen Wespe, die im Gegensatz zu anderen Arten oft lästig sind, weil sie es am Kaffeetisch, beim Eisessen oder Grillabend vor allem auf Süßes und Fleisch abgesehen haben.

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Viele Insekten bedroht

Generell gelten sehr viele Insekten in Deutschland als bedroht - von Schwebfliegen und Heuschrecken über verschiedene Käfer- und Wanzenarten bis hin zu Schmetterlingen, Libellen und Wildbienen, wie Brigitte Martin sagt. Zum besseren Schutz der Insektenbestände soll in Hessen unter anderem der Ausbau des Ökolandbaus beitragen:
Bei 121.740 Hektar lag die entsprechende Fläche im vergangenen Jahr, das waren 16 Prozent der Gesamtanbaufläche, wie eine Sprecherin des hessischen Umweltministeriums sagte. Bis 2025 ist ein Ausbau des Anteils auf 25 Prozent geplant. Auf Ökolandbau-Flächen ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten. Auch Blühstreifen an Ackerrändern sollen wieder mehr Insekten Nahrung und Heimat geben. Hier hat sich die Fläche bei einjährigen Blühstreifen von 418 Hektar im Jahr 2015 auf 1.965 Hektar in diesem Jahr erhöht. (dpa/awo)