Trotz Corona-Lockerungen

Warum Gastronomen noch nicht öffnen wollen

Außengastronomie wäre in Teilen Hessens wieder möglich, aber viele Gastronomen zögern.
Außengastronomie wäre in Teilen Hessens wieder möglich, aber viele Gastronomen zögern.
© dpa, Z5328 Jens Wolf

19. Mai 2021 - 8:53 Uhr

Corona-Auflagen schrecken Gastronomen ab

Trotz sinkender Infektionszahlen und Lockerungen in einigen Landkreisen und in Darmstadt verzichten viele Wirte vorerst auf eine Öffnung der Außengastronomie. Der Aufwand rechne sich noch nicht, sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes Dehoga Hessen, Julius Wagner, der Deutschen Presse-Agentur. "Ich schätze, dass nicht einmal die Hälfte derer, die es könnten, jetzt die Außengastronomie aufmachen."

Gäste reagieren teils mit Unverständnis

Die Pflicht, persönliche Daten der Gäste zu notieren, einen möglichen Impfschutz oder Corona-Schnelltests zu kontrollieren, all das überfordere viele Lokale personell. Problematisch sei zudem, dass viele Bürger über die komplizierten Regelungen nicht informiert seien und vor Ort mit Unverständnis reagierten. Die Gastwirte müssten deshalb viel Aufklärungsarbeit leisten.

Seit Montag sind in den fünf hessischen Landkreisen Rheingau-Taunus, Darmstadt-Dieburg, Hochtaunus, Vogelsberg und Wetterau sowie in Darmstadt die Corona-Beschränkungen gelockert. Dort dürfen unter anderem Cafés und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen.

Hoffen auf die nächste Lockerungsstufe

Beim Besuch etwa eines Biergartens müssen die Gäste einen negativen Corona-Test oder einen Nachweis über einen vollständigen Impfschutz vorlegen. Dadurch kämen kaum spontane Gäste in die Lokale, stattdessen laufe der größte Teil des Geschäfts über aufwendige Reservierungen, kritisiert Wagner. Gerade in der Außengastronomie bestehe bei der derzeit wechselhaften Witterung die Gefahr, dass es zum reservierten Zeitpunkt regnet und der Lokalbesuch wieder abgebrochen werden muss.

Der Dehoga-Geschäftsführer rechnet damit, dass viele Wirte abwarten, bis die Tests nicht mehr verpflichtend sind. Voraussetzung dafür ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz an 14 Tagen in Folge unter 100 oder an 5 Tagen unter 50 liegt. (DPA/ MvA)