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Helge Braun: "Situation ist jetzt ernst und nicht in zwei oder drei Wochen“

Kanzleramtschef Helge Braun erhöht Druck auf Länder

"Situation ist jetzt ernst und nicht in zwei oder drei Wochen“

Helge Braun: "Wir sehen eine ernste Belastung" RTL/ntv Frühstart
07:53 min
RTL/ntv Frühstart
Helge Braun: "Wir sehen eine ernste Belastung"

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"Corona-Situation ist jetzt ernst"

Kommt jetzt eine Ministerpräsidentenkonferenz oder nicht?

Der geschäftsführende Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun (CDU), hat zumindest den Druck auf die Länder erhöht. Es gebe zwar noch keinen konkreten Termin, Braun sagte aber im „Frühstart“ von RTL/ntv im Gespräch mit Philipp Sandmann: „Die Situation ist jetzt ernst und nicht in zwei oder drei Wochen. Deshalb drängen wir auch darauf, dass es bald ist.“

Braun betonte, dass „jetzt die Zeit“ sei, um sich über die ansteigenden Infektions- und Todeszahlen auszutauschen. Auf die Frage, ob an so einer Konferenz auch die Chefs der Ampel-Parteien teilnehmen würden, antwortete Braun: „Parteivorsitzende waren bisher nie Teil einer Ministerpräsidentenkonferenz, aber natürlich ist die derzeitige Regierung auch bereit, sich intensiv mit den Parteien auszutauschen, die die zukünftige Mehrheiten im Deutschen Bundestag und in der Regierung stellen werden.“

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"Wir müssen jetzt handeln"

Es gehe hier um eine „staatspolitische Herausforderung, da müssen alle zusammenarbeiten.“ Braun betonte, dass die geschäftsführende Bundesregierung bis „zum letzten Tag“ im Amt sei und „Verantwortung für Deutschland“ trage.

Mit Blick auf die stark ansteigenden Corona-Neuinfektionen warnte Braun davor, dass die Gefahr der Belastung des Gesundheitswesens sowie hohe Todeszahlen, bei so vielen Ungeimpften, langfristig ein Thema sein könnte.

„Wenn ein Drittel der Bevölkerung weiterhin nicht geimpft ist und davon in Teilen auch Ältere und Hochbetagte, dann bleibt diese Belastung des Gesundheitswesens und in der Folge auch leider die Toten nicht aus.“

Zudem sagte Braun über die aktuelle Lage: „Wir sehen in etlichen Kreisen jetzt schon eine ernste Belastung des Gesundheitssystems, dass Patienten verlegt werden müssen. Deswegen müssen wir jetzt handeln.“ Braun wiederholte in dem Kontext das „Angebot“ einer Konferenz zwischen Bund und Ländern.

Booster-Impfung auch für Jüngere

Braun warb zudem für die sogenannte Booster-Impfung für ältere Menschen, aber auch für jüngere: „Viele haben das Gefühl, dass sie durch die zweite Impfung gut geschützt sind, das gilt für Jüngere in der Bevölkerung auch tatsächlich, aber die Älteren müssen jetzt die Booster-Impfung wahrnehmen.“

Braun sagte, dass sich in Studien aus Israel zeige, dass eine Booster-Impfung auch für jüngere Menschen „extrem hilfreich“ sei, um das Übertragungsrisiko zu reduzieren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfehle zwar gerade eine Booster-Impfung für Ältere, „aber grundsätzlich zugelassen ist sie auch für Jüngere“, sagte Braun.

Es sei die „klare Aussage“ aus der Politik, „auch jenseits der Stiko-Empfehlung, dass Jüngere sich boostern lassen können“, so Braun.