Diese Schutzmaßnahmen sind viel sinnvoller!

Hautärzte warnen: Wer sich auf Sonnencreme verlässt, bekommt eher Hautkrebs

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10. September 2019 - 14:38 Uhr

Sonnencreme macht leichtsinnig

Ja, Sonnencreme schützt die Haut vor UV-Strahlung, grundsätzlich stimmt das. Aber es ist nur die halbe Wahrheit: Sonnencreme bildet zwar einen Schutzfilm auf der Haut, der hält allerdings nur bedingt lange. Weil wir aber glauben, geschützt zu sein, bleiben wir zu lange in der Sonne. "Studien zeigen, dass Menschen, die nur auf die Wirkung von Sonnencremes bauen, ein höheres Hautkrebsrisiko haben als andere", warnt Dermatologie-Professor Christoph Skudlik von der Uni Osnabrück. Er erklärt, welche Schutzmaßnahmen viel sinnvoller sind.

Wir unterschätzen die Gefahr von UV-Strahlung

Den meisten Menschen ist nicht klar, wie schädlich UV-Licht für die Haut ist. ​Es verursacht Schäden, selbst wenn kein Sonnenbrand entsteht. Hautärzte plädieren deshalb dafür, die gefährliche UV-Strahlung möglichst gar nicht an unsere Haut zu lassen. Folgende Maßnahmen helfen, erklärt Professor Skudlik:

  • die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr meiden

In dieser Zeit gelangen in unseren Breiten 80% der schädlichen UV-Strahlung auf die Erde. Nach 15 Uhr ist es zwar noch heiß, aber die Strahlung hat sich abgeschwächt.

  • im Schatten aufhalten

Wer zum Beispiel draußen arbeiten muss, sollte seinen Arbeitsplatz möglichst mit einer Zeltplane oder einem Sonnenschirm abdecken. Aber Vorsicht: Helle Oberflächen wie zum Beispiel weiße Hauswände oder Wasser können die UV-Strahlung reflektieren!

  • langärmelige Kleidung anziehen

Ja, ok, das ist nicht gerade das, was man im Sommer will. Aber wenn man sich lange in der Sonne aufhält, ist dieser Schutz durch Kleidung besonders wichtig! Wer draußen arbeitet, sollte auch eine Mütze mit Nackenschutz tragen.

Sonnencreme sollten wir dann nur noch an den Körperstellen benutzen, die unbedeckt sind - Gesicht und Hände zum Beispiel. Lesen Sie hier, welche Sonnencremes Stiftung Warentest empfiehlt.

Bei Bauarbeitern ist Hautkrebs Berufskrankheit Nummer 1

Hautkrebs im Baugewerbe
Hautkrebs hat Lärmschwerhörigkeit als Berufskrankheit Nummer 1 überholt
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Wie schädlich es ist, wenn wir uns über Jahre größtenteils ungeschützt in der Sonne aufhalten, zeigen Zahlen aus der Baubranche (Grafik), wo das Arbeiten mit freiem Oberkörper ja an der Tagesordnung ist: Lange Jahre war Lärmschwerhörigkeit die Berufskrankheit Nummer 1. Im Jahr 2015 wurde "Hautkrebs durch UV-Strahlung" als Berufskrankheit anerkannt und seitdem liegt diese Diagnose an der Spitze. 2.944 Verdachtsfälle wurden allein 2018 in der Baubranche gemeldet. Über alle Branchen hinweg sind es fast doppelt so viele.

Seit diesem Jahr müssen Arbeitgeber aus der Baubranche ihren Angestellten immerhin ein jährliches Hautscreening anbieten. Das sei ein guter erster Schritt, sagen Dermatologen. Aber solange wir alle uns nicht besser vor UV-Strahlung schützen, reiche diese Maßnahme nicht aus.

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