Razzia in seinem Anwesen

Hat Trump seine Wiederwahl zerstört? Ex-US-Präsident wegen Toiletten-Fotos unter Druck

 Former US President Donald Trump stands at the conclusion of Ivana Trump his first wife s funeral at St. Vincent Ferrer Roman Catholic Church on Lexington Avenue on Wednesday, July 20, 2022 in New York City. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY NYP20
Donald Trump soll Akten in seiner Zeit im Weißen Haus in der Toilette entsorgt haben. (Archivbild)
www.imago-images.de, IMAGO/UPI Photo, IMAGO/PETER FOLEY

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump gerät mehr und mehr unter Druck. Seit Februar stehen die Vorwürfe im Raum, er habe während seiner Amtszeit als Präsident Akten und Dokumente in der Toilette runter gespült. Belege gab es bisher keine. Doch am Montag hatte die Journalistin Maggie Habermann zwei Fotos als vermeintliche Beweise veröffentlicht. Nach dem amerikanischen Bundesrecht gilt die Vernichtung solcher Dokumente jedoch als Verbrechen. Demnach dürfe er kein politisches Amt mehr ausführen. Hat Donald Trump nun sein geplantes Comeback als US-Präsident zerstört?

Vorwurf: Trump soll Dokumente in der Toilette entsorgt haben

Donald Trump soll nach seiner Amtszeit 15 Kisten voll mit Regierungsdokumenten, Erinnerungsstücken, Geschenken und Briefen aus dem Weißen Haus in sein Anwesen in Florida gebracht haben. Darunter auch Briefe des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un und ein Schreiben von Trumps Vorgänger Barack Obama, so Medienberichte. Mehrere Dokumente hatte er schließlich an die Nationale Verwaltungsstelle für Archivgut und Unterlagen übergeben und dies damals auch selbst bestätigt.

Im Februar dann die nächsten Schlagzeilen: Trump soll Unterlagen in der Toilette entsorgt haben, lautete der Vorwurf der Journalistin. Nun untermauert sie ihre Aussagen mit Bildern, die sie von einer Trump-Quelle aus dem Weißen Haus erhalten habe. Die Fotos sollen aus einer Toilette im Weißen Haus sowie auf einer Auslandsreise gemacht worden sein, berichtet sie dem Portal „Axios“. Dort gab sie einen Einblick in ihr neues Buch „Confidence Man. The Making of Donald Trump and the Breaking of America“, welches am 4. Oktober erscheint.

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Trump-Dokumente in Toilette? "Teil eines Marketing-Plans"

Doch was ist an den Fotos dran? Trump-Sprecher Taylor Budowich weist die Vorwürfe zurück. „Man muss schon ziemlich verzweifelt sein, wenn Bilder von Papierschnipseln in einer Toilette Teil eines Marketing-Plans für ein Buch sind“, kontert er laut Bericht.

„Dass Mr. Trump Dokumente auf diese Weise verschwinden ließ, war im West Wing nicht allgemein bekannt. Nur einige wenige Mitarbeiter wussten von dieser Angewohnheit“, erläutert Habermann.

Fest steht allerdings: Die Handschrift auf den Zetteln sieht der von Donald Trump zum Verwechseln ähnlich. Zudem wurden die Papiere mit einem Filzstift beschrieben – diese hatte Trump bevorzugt verwendet.

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Trump: Anwesen Mar-a-Lago von FBI durchsucht Razzia in Florida
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Razzia bei Trump - darf er nochmal als US-Präsident kandidieren?

Nachdem die Fotos publik wurden, hatte das FBI am Dienstagmorgen das Trump-Anwesen in Mar-a-Lago durchsucht. Doch was passiert, wenn die Vorwürfe stimmen und Trump wirklich Dokumente entsorgt oder privat eingelagert hat?

In einem umstrittenen US-Gesetz sei verankert, dass unter anderem die Mitnahme, Beschädigung, Fälschung oder Zerstörung von Regierungsdokumenten ein Verbrechen sei. Bei einer Verurteilung drohen demnach eine Geld- oder Haftstrafe von bis zu drei Jahren – und die betreffende Person solle für jegliches öffentliche Amt in den USA disqualifiziert werden, so die „New York Times“.

Allerdings weist die Zeitung auch daraufhin, dass der Paragraf bereits kurz im Zusammenhang mit Hillary Clinton 2015 unter die Lupe genommen worden sei, die damals als voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten angesehen wurde. Damals war bekanntgeworden, dass sie als Außenministerin einen privaten E-Mail-Server genutzt hatte, um Dienstmails zu verschicken. Dafür wurde sie in einem Untersuchungsbericht des Außenministeriums gerügt, das FBI stellte aber später Ermittlungen gegen sie ein und sprach auch keine Anklageempfehlung aus.

Zudem wiesen in den vergangen Jahren Rechtswissenschaftler darauf hin, dass der US-Kongress Präsidenten ausschließen kann. Über das Strafrecht sei dies jedoch nicht möglich. Ob die Bilder echt sind oder ob es sich um eine Marketing-Aktion handelt, ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen. (jaw, mit dpa)

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