Tote Geschwister aus Hanau

Anwohner: Habe Schreie gehört und dann den Aufprall des Jungen

12. Mai 2022 - 18:13 Uhr

Ein Tag nach dem Hochhaus-Drama in Hanau steht Deutschland unter Schock: Zwei Geschwister im Alter von 7 und 11 Jahren starben am Mittwoch bei einem Hochhaus, in dem sie wohnten. Die Obduktion zeigt nun, dass das Mädchen durch scharfe Gewalteinwirkung am Hals starb und der Junge innere Verletzungen aufweist – diese sollen auf einen Sturz hinweisen. Ein Anwohner will den Aufprall des Jungens sogar gehört haben. Mehr Infos gibt es im Video-Beitrag.

Hanau: Sohn fiel wohl 25 Meter in die Tiefe

Anwohner fanden am Mittwochmorgen den schwer verletzten Jungen am Fuße des Hochhauses. Alle Anzeichen deuten nun darauf hin, dass er entweder vom Balkon gefallen oder geworfen wurde. Erst später im Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen. Seine Schwester verstarb direkt auf dem Balkon. Die Polizei geht von Mord aus und ist auf der Suche nach dem Täter.

Hinweise nimmt die Hanauer Kriminal-Polizei unter der Rufnummer 06181 100-123 entgegen.

Lese-Tipp: Obduktionsergebnis zur Bluttat in Hanau

Zwei Polizisten stehen vor der Hochhaus-Siedlung in Hanau.
Die Polizei ist noch immer auf der Suche nach dem Täter.
© deutsche presse agentur, dpa

Erschreckend: Jugendamt wusste von Problemen

Die Stadt Hanau teilte nun mit, dass die Familie dem Jugendamt tatsächlich schon bekannt war. Bei dem Täter soll es sich um den Vater der beiden Kinder handeln. Schon Monate vor der Tat lagen dem Hanauer Jugendamt Hinweise auf familiäre Probleme vor, wie die Stadt am Donnerstag auf Anfrage mitteilte.

Demnach war die Familie zum Jahreswechsel 2021/22 nach Hanau zugezogen. Mitte Januar seien die Probleme dem Jugendamt dann bekannt geworden. Sofort nach dieser Information sei das Jugendamt auf die Familie zugegangen und habe Angebote unterbreitet, darunter die sozialpädagogische Familienhilfe. Dabei habe es sich insbesondere um Unterstützung bei Behördengängen und im Familienalltag gehandelt. "Das Angebot wurde durch die Familie angenommen", erklärte die Stadt. (api/kmü/dpa)