"Sie sollten sich gar nicht treffen!"

Günther: Kontakte von Ungeimpften weiter einschränken

Daniel Günther lehnt einen Lockdown für Schleswig-Holstein generell ab. 
Quelle: dpa
Daniel Günther lehnt einen Lockdown für Schleswig-Holstein generell ab. Quelle: dpa
© dpa, Gregor Fischer, fis axs wsz moe cul

01. Dezember 2021 - 9:15 Uhr

„Ungeimpfte sollten sich nicht treffen, um das Virus nicht zu verbreiten!"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ist dafür, Kontaktmöglichkeiten von Ungeimpften weiter einzuschränken. Die Forderung nach einem bundesweiten Lockdown unterstützt er nicht. "Ich finde, dass sich Ungeimpfte gar nicht treffen sollten in diesen Zeiten, um das Virus nicht weiterzuverbreiten", sagte Günther am Montag in Kiel.

Studie: Von zehn Neuinfektionen sind acht bis neun auf Ungeimpfte zurückzuführen

So habe etwa die Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina gezeigt, dass von zehn Neuinfektionen acht bis neun auf Ungeimpfte zurückzuführen seien. Dies zeige schon, dass es umso besser sei, je weniger Ungeimpfte sich begegneten. Daher sei er sehr dafür, diese Bereiche noch weiter einzuschränken. Günther erneuerte zudem seine Forderung nach einer Impfpflicht. Er glaube, dass diese in Deutschland nötig sei, um einen vernünftigen Weg aus der Pandemie zu finden.

Lockdown für Schleswig-Holstein nicht angemessen

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Start der Impfstellen in Schleswig-Holstein
© dpa, Markus Scholz

Forderungen nach einem bundesweiten Lockdown erteilte der Ministerpräsident indes eine Absage. Für eine Lockdown-Regelung, die von Bundesebene getroffen werde, sehe er überhaupt keine Notwendigkeit. "Wir haben das Rüstzeug, um mit unserer Lage in Schleswig-Holstein angemessen umzugehen, und das werden wir genauso weiter fortsetzen." Bei den Zahlen gebe es in Schleswig-Holstein im Moment eine Seitwärtsbewegung. "Wir haben relativ stabil eine Inzidenz von 150. Die Situation in den Krankenhäusern verändert sich nicht." Er könne aber nicht ausschließen, dass die derzeit geltenden Regeln bei einer verschärften Situation in Schleswig-Holstein noch einmal nachjustiert würden - etwa mit mehr 2G oder 2G-plus-Regeln an der ein oder anderen Stelle.

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Handeln muss der Lage angepasst werden

Günther betonte, dass es ein Infektionsschutzgesetz gebe, auf dessen Grundlage die Länder angemessen reagieren können. "Und das ist genau das richtige Regelwerk." Es mache wenig Sinn, wenn die Länder alle die gleichen Maßnahmen erließen. "Natürlich muss in einem Landkreis in Bayern, wo die Inzidenz bei 1300 ist, anders reagiert werden als in einem Landkreis in Schleswig-Holstein, bei dem die Inzidenz bei 90 liegt." Ein solches der Lage angepasstes Handeln finde er absolut angemessenen.(dpa/kst)