Über 25.000 Todesopfer in Deutschland in einem Jahr

Grippevirus ist tödlicher als das Coronavirus

Untersuchungen zum Coronavirus in der Charité Berlin.
© dpa, Christophe Gateau, cgt jai

10. Februar 2020 - 10:31 Uhr

Nur wenige Coronavirusinfizierte in Deutschland

Das Coronavirus hat Deutschland erreicht - und ein Land steht Kopf. ​Dabei sind bislang nur wenige Deutsche an dem Virus erkrankt. Gleichzeitig grassiert in Deutschland ein Virus, das weitaus gefährlicher und tödlicher ist als das Coronavirus.

Über 25.000 Tote in Deutschland in einer einzigen Grippesaison

Während jeder Verdacht auf Coronavirus aufhorchen lässt, nimmt die Grippewelle richtig Fahrt auf. An dem Influenzavirus erkrankten laut Robert Koch-Institut (RKI) in der laufenden Grippesaison bereits über 3.500 Patienten so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. 32 Menschen, die an Grippe erkrankten, sind sogar gestorben.

Besonders schlimm erwischte Deutschland die Grippewelle im Winter 2017/18. Das RKI schätzt, dass rund 25.100 Menschen in der Grippesaison 2017/18 an der Influenza starben. Außerdem gab es geschätzte neun Millionen influenza­bedingte Arztbesuche.

Die Grippewelle im Vorjahr (2018/2019) verlief dagegen vergleichsweise milde, das RKI schätzt 3,8 Millionen influenzabedingte Arztbesuche.

Was macht das Influenzavirus so gefährlich?

"Eine echte Grippe (Influenza) ist eine ernst zu nehmende, langwierige Erkrankung. Sie dauert mehrere Wochen, schwächt den Körper sehr und macht ihn anfällig für bestimmte Bakterien. Eine Grippe kann zum Beispiel zu einer Lungenentzündung führen", erklärt Dr. Holger Maul, Chefarzt der Geburtshilfe & Pränatalmedizin in der Asklepios Klinik Barmbek.

Frauen seien während der Schwangerschaft besonders empfänglich für schwerwiegende Grippe-Infektionen, die wiederum mit einem erhöhten Risiko für Wachstumsverzögerungen, Fehl- und Frühgeburten einhergehen. Gleichzeitig dürfen Schwangere Medikamente, die die Symptome einer Grippe abmildern, nur in Einzelfällen nehmen. Deshalb empfiehlt Maul, eine Grippe-Infektion durch die vorsorgliche Schutzimpfung zu verhindern.

Die ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt die Impfung für alle Risikogruppen, also für Menschen, die bei einer Infektion schwerwiegende Folgen davontragen könnten. Das sind neben Schwangeren vor allem Menschen über 60 Jahre, Personen mit bestimmten bereits vorhandenen chronischen Erkrankungen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. In der aktuellen Grippesaison wurden bereits 16,5 Millionen Impfdosen freigegeben.

Symptome von Coronavirus und Grippe ähneln sich

Fieber, Atemwegsbeschwerden, Schlappheit, Husten - die Symptome, die wir von einer Erkältung oder einer Grippe kennen, sind die gleichen wie bei dem sich aktuell verbreitenden Coronavirus. "Das ist das Tückische", erklärt Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht. "Es sind genau die gleichen Anzeichen wie bei einer Erkältung oder bei der Grippe."

Neben einer Grippeimpfung empfehlen Mediziner gründliches Händewaschen. Denn eine richtige Handhygiene kann die Infektionsgefahr deutlich verringern. Hier finden Sie die fünf wichtigsten Tipps fürs Händewaschen.