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Grausames Volksfest in Spanien: Stier mit brennenden Hörnern durch Zuschauermenge gejagt

Grausames Volksfest in Spanien

Stier mit brennenden Fackeln an den Hörnern gequält

Spanisches Festival: Stiere als lebende Fackel Kritik an grausamer Tradition
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Kritik an grausamer Tradition
Spanisches Festival: Stiere als lebende Fackel

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Rund 2.000 Menschen schauen sich die Tierquälerei live an

Es ist eines der grausamsten Volksfeste der Welt. In der spanischen Stadt Medinaceli in der Provinz Soria hat das umstrittene Stierfest „Toro de júbilo“ („der brennende Stier“) stattgefunden. Dabei werden die Tieren mit brennenden Fackeln an den Hörern gebunden und durch jubelnde Zuschauermengen getrieben. Tierschützer laufen wegen der offensichtlichen Tierquälerei seit Jahren Sturm. Mehr dazu im Video.

Tierschützer: Setzt "dieser Barbarei ein Ende"

Fast eine Stunde lang hatte das Tier mit brennenden Pechklumpen an den Hörnern und Schmerzen die rund 2.000 Zuschauer unterhalten, berichtet die Regionalzeitung „La Razon“ am Sonntag. Eine tausendjährige Tradition sei nach einem Jahr Pause wieder hergestellt, heißt es dort. Das Fest findet jährlich in der zweiten Novemberwoche statt. Es soll an die Vertreibung der Mauren aus Spanien erinnern.

Tierschützer versuchen bereits seit Jahren das umstrittene Volksfest zu verbieten, bislang mit wenig Erfolg. Nur zwischen 2014 und 2018 habe die "grausame Stierkampffeier" nicht stattgefunden, heißt es. Vergangenes Jahr sei es aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden.

„Wir verstehen nicht, dass das Stierfest „Toro de júbilo“ noch immer gefeiert wird. Wir fordern die zuständige Regionalregierung von Kastilien und León und den Stadtrat von Medinaceli auf, dieser Barbarei ein Ende zu setzen“, sagt Javier Luna, Präsident der Tierschutzorganisation PACMA.

Veranstalter verteidigen das Fest

Die Veranstalter betonen weiterhin, dass die Tiere keinen Schmerz empfinden würden, da sie zuvor mit Lehm bedeckt werden. Dieser würde sie vor dem Feuer schützen.

Doch laut den Tierschützern soll das den Schmerz kaum reduzieren. Oft leiden die Stiere so sehr, dass sie verzweifelt gegen Wände laufen, um das Feuer zu löschen. Dabei verbrennen sie sich die Augen und den Körper – und das unter dem Jubel Tausender. In den meisten Fällen endet das Fest mit dem Tod der Tiere. Entweder erliegt es seinen Verletzungen oder wird bei einem Festmahl verspeist.

Auch die Tierrechtsorganisation "PETA" versucht das Spektakel seit Jahren zu verbieten. Seit 2014 läuft eine Online-Petition. „Ein lebendiges Tier anzuzünden ist eindeutig sadistisch“, schreibt die PETA. Es sei an der Zeit, das Volksfest zu verbieten. (mor)