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Gießen: "Pizza Champignonsleague"- UEFA reicht Klage gegen Pizzabäcker ein

Ärger um Markenrechte

UEFA regt sich über Pizza „Champignons League“ von Gießener Pizzabäcker auf

UEFA verklagt Gießener Pizzabäcker "Champignons League"

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Seit Beginn der Corona-Pandemie verkauft die Pizzeria „Pizza Wolke“ aus Gießen Tiefkühlpizza für zu Hause. Ihre neuste Pizza hat der Geschäftsführer Shadi Souri „Champignons League“ genannt. Das Problem: Die UEFA findet das nicht gut, weil der Name der Champions League zum verwechseln ähnlich klingt und klagt nun Markenrecht ein.

Heikles Markenrecht

Die Pizza der „Pizza Wolke“ trägt den Namen "Champignons League" - hier hat sich der Betreiber Shadi ein lustiges Wortspiel einfallen lassen, das leider nicht bei jedem so gut ankommt. Tatsächlich hat sich die UEFA nun zu Wort gemeldet und fühlt sich hintergangen. Der Grund? Der Name der Gießener Pizza klingt dem des UEFA-Turniers "Champions League" verdächtig ähnlich - das wollen sich die Chefs des Fußballdachverbandes nicht gefallen lassen!

Dr. Tim Becker ist Anwalt für Markenrecht und erklärt uns im RTL-Interview, was auf die Pizzeria zukommen könnte: "Naja, das ist immer im Markenrecht so eine Frage. Wie weit geht man und oft spielt da eben der Geldbeutel eine Rolle. Das muss man ganz deutlich sagen, weil man im Markenrecht hohe Gegenstandswerte hat und die Streitigkeiten sehr teuer werden können und sich auch über längere Zeiten hinziehen können."

Pizzabäcker hatte Namen extra eintragen lassen

Shadi hat nach einigen Gesprächen mit Experten für Markenrecht den Namen "Champignons League" zur Sicherheit eintragen und schützen lassen: „Es ist sehr viel mit unseren beiden Kanzleien abgesprochen. Wir haben uns sehr oft absichern lassen", so Shadi Souri.

Die Pizzeria „Pizza Wolke“ war vor Corona ein kleines Restaurant, weshalb Geschäftsführer Shadi sich zur Sicherstellung seiner Pizzeria etwas einfallen lassen musste. Seine Idee: Frische Pizza für zu Hause. Die Tiefkühlpizza-Manufaktur ist seither ein voller Erfolg. Shadi hat früher selbst Fußball gespielt und ist nun auf anderen Wegen mit der UEFA in Kontakt: "Mein Bruder hat gesagt, die Fußballer-Karriere hat nicht geklappt, um die UEFA aufmerksam zu machen, aber mit der Pizza-Bäcker-Karriere klappt es", sagt Shadi lachend.

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Angst vor schlechter Publicity

Auch die UEFA muss als großer Verband auf ihre eigene Publicity achten und überlegen, wie sich ein Streit auf die Marke auswirken könnte. Inzwischen gibt es aber Entwarnung: Die UEFA hat ihre Klage mittlerweile zurückgezogen - für den Pizzabäcker hat die Geschichte also doch noch ein gutes Ende genommen.