Gibt es bald FÜNF Diabetes-Typen? Bisherige Einteilung ist Forschern zu grob

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5. März 2018 - 18:16 Uhr

Wissenschaftler fordern individuellere Behandlung von Diabetikern

Müssen unsere Ärzte umdenken? Bisher wurden Patienten mit der sogenannten 'Zuckerkrankheit' in zwei Kategorien eingeteilt: Typ-1-Diabetiker und Typ-2-Diabetiker. Doch das könnte sich demnächst ändern - denn skandinavische Wissenschaftler haben in der Fachzeitschrift 'The Lancet Diabetes & Endocrinology' eine Unterteilung in fünf Diabetes-Typen gefordert. Dadurch könnte die Behandlung besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt werden.

Seit 1980 hat sich die Zahl der Zuckerkranken vervierfacht

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO leiden über 420 Millionen Menschen an Diabetes. Besorgniserregend: Seit 1980 hat sich die Zahl der Betroffenen vervierfacht. Ein Grund dafür liegt darin, dass weltweit immer mehr Menschen übergewichtig sind, was zu Typ-2-Diabetes führen kann. 90 Prozent aller Diabetiker fallen in diese Kategorie. Ihr Blutzuckerspiegel ist zu hoch, weil ihr Organismus durch zu viel ungesundes Junk Food und Bewegungsmangel eine Insulinresistenz entwickelt hat. Wesentlich seltener ist Typ-1-Diabetes: Dabei zerstört das eigene Immunsystem die Insulin-produzierenden Körperzellen.

Die bisherige Einteilung der Patienten in zwei Typen ist eindeutig, aber auch ziemlich grob. Denn die Krankheit wirkt sich bei jedem Menschen unterschiedlich aus. Bei manchen steigt das Risiko für Nierenschäden, bei anderen die Anfälligkeit für Augen-Probleme. Diese Beobachtung soll künftig bei der Therapie berücksichtigt werden: "Eine präzisierte Einteilung könnte ein wirksames Mittel sein, um die Behandlung zu individualisieren und Personen mit erhöhtem Risiko für Folgeschäden bei der Diagnose zu identifizieren", schreiben die Forscher aus Schweden und Finnland.

Diabetes ist ein weltweites Problem - auch wegen unserer Ernährung

Ob und wann die Klassifizierung eingeführt wird, ist allerdings unklar. Vorher müssen die einzelnen Diabetes-Untertypen noch genauer erforscht werden.