Eine Hebamme packt aus

Gewalt im Kreißsaal: "Das ist wie Vergewaltigung"

28. Februar 2020 - 14:30 Uhr

Catrin Domke musste einen Wehensturm durchleiden

Eigentlich sollte die Geburt des eigenen Kindes eine der schönsten Erfahrungen im Leben einer Frau sein. Doch viele erleben körperliche und psychische Gewalt im Kreißsaal. Und in letzter Zeit werden seitens Hebammen, Geburtsmedizinern und vor allem immer mehr betroffenen Frauen Vorwürfe laut. So auch von Catrin Domke, die während der Geburt ihres Sohnes Paul einen Wehensturm durchleiden musste - nach Wehentropf, Muttermundöffnung, Beruhigungsmitteln und PDA gegen ihren Willen. Sie hat Strafanzeige gegen die Klinik erstattet. In unserem Video schildert sie, wie traumatisch sie die Geburt ihres Kindes empfunden hat. Dort packt auch Hebamme Anja Lehnertz über ihre jahrelange Erfahrung in dem Beruf aus.

Bei 90 % aller Geburten wird nachgeholfen

Worüber lange nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wurde, wird mittlerweile immer mehr nach außen getragen. Bei über 90% aller Geburten in Deutschland wird nachgeholfen – ob PDA, Wehentropf, Saugglocke oder Kaiserschnitte. Und das, obwohl es oft nicht notwendig ist. Viele Frauen empfinden diese Eingriffe als Gewalt während der Geburt.

Keine Seltenheit: Traumatische Erfahrungen im Kreißsaal

Auch wenn die Berichte erschreckend wirken, überraschend sind sie nicht: Immer wieder wird über Hebammenmangel und Kreißsaal-Schließungen debattiert. Auch Ärzte bemängeln die Bedingungen, unter denen Frauen in deutschen Krankenhäusern ihre Kinder zur Welt bringen müssen. Manche Frauen beschreiben die teils äußerst ruppigen vaginalen Eingriffe sogar als ein Gefühl der Vergewaltigung.

Sehen Sie im Video, welche dramatischen Erlebnisse Catrin Domke während der Geburt ihres Sohnes erleben musste und mit welchen Folgen sie bis heute zu kämpfen hat. Außerdem: Auch Hebamme Anja Lehnertz und Geburtsmediziner Prof. Dr. Michael Abou-Dakn kritisieren die Zustände scharf und erklären, was unbedingt verbessert werden muss!