Schmerzhafte Erkrankung der Harnwege, die durch Nierensteine ausgelöst wird

Gesundheitslexikon: Nierenkolik

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21. Oktober 2019 - 14:03 Uhr

Nierenkolik - schmerzhafte Erkrankung der Harnwege

Eine Nierenkolik geht mit heftigen, krampfartigen Schmerzen im Bauchraum oder in der Lendengegend einher. Nierenkoliken treten plötzlich auf und können mit Phasen längerer Beschwerdefreiheit wechseln.

Ursachen

Die Erkrankung wird durch eine Blockade der Harnleiter in Form von einem oder mehreren Nierensteinen sowie Nierengrieß verursacht. Nierensteine entwickeln sich aus Stoffen, die normalerweise gelöst im Harn vorkommen. Kristallisieren sie, werden Steine gebildet, die von der Niere in den Harnleiter wandern und den Harnabfluss behindern. In der Folge kommt es zu einer erhöhten Spannung in den Wänden des Nierenbeckens und der Harnleiter. Kleine Nierensteine sowie Nierengrieß fließen in der Regel mit dem Harn ab. Größere Nierensteine verursachen Koliken, die mit sehr starken Schmerzen verbunden sind.

Symptome

Eine Nierenkolik verläuft zumeist für den Betroffenen mit heftigen Schmerzen, die in den gesamten Bauchraum und in den Rücken ausstrahlen können. Hinzu kommen oft Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen. Zudem treten häufig Fieber und Schüttelfrost auf. In einigen Fällen wird mit dem Urin auch Blut ausgeschieden.

Diagnose

Der Arzt diagnostiziert die Nierenkolik zumeist bereits anhand der charakteristischen Schmerzen. Darüber hinaus wird er erfragen, ob bereits Nierensteine aufgetreten sind. Im Ergebnis der Urinuntersuchung finden sich häufig Blutspuren, die auf Nierensteine hinweisen. Durch die Ultraschalluntersuchung lassen sich Größe und Position der Steine erfassen. Zur Beurteilung der Abflussverhältnisse aus den Nieren kann eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel erforderlich werden.

Behandlung

Die Therapie einer Nierenkolik umfasst zunächst die Linderung der Beschwerden durch Schmerzmittel. Als hilfreich erweisen sich zusätzlich Wärmeanwendungen, wie zum Beispiel Wärmflaschen und möglichst heiße Bäder. Um die Steine aus dem Harnleiter zu lösen, ist auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr sowie viel Bewegung zu achten. Sollte diese konservative Therapie keine Wirkung zeigen, ist die Behandlung in einer urologischen Klinik indiziert. Durch die extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie werden kleine Nierensteine mittels Druckwellen so zerkleinert, so dass sie über den Urin ausgeschieden werden. Für den Fall, dass größere Nierensteine zu wiederholten Nierenkoliken führen, ist eine endoskopische Operation unumgänglich.

Vorbeugung

Um Nierensteine und somit eine Nierenkolik möglichst zu vermeiden, empfiehlt sich eine gesunde Ernährung. Vor allem sollte darauf geachtet werden, viel zu trinken, möglichst zwei bis drei Liter Mineralwasser täglich. Ausgewogen ist die Ernährung, wenn auf Salz und ungesundes Fett verzichtet und die Aufnahme von tierischem Eiweiß eingeschränkt wird. Dafür sollen so oft wie möglich frisches Obst und Gemüse verzehrt werden. Weiterhin trägt regelmäßige körperliche Bewegung dazu bei, dass sich kleinere Nierensteine gar nicht erst festsetzen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.