Im Körper wird zu viel Kortisol produziert

Gesundheitslexikon: Morbus Cushing

Cushing-Syndrom: die Folge einer krankhaft gesteigerten Produktion des Nebennierenhormons Cortisol
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26. November 2019 - 9:43 Uhr

Morbus Cushing - Cortisol-Überschuss durch einen Tumor

Morbus Cushing, auch Hypophysärer Hyperkortisolismus genannt, entsteht durch einen Tumor an der Hirnanhangsdrüse.

Was ist Morbus Cushing?

Morbus Cushing ist eine Erkrankung, bei der durch einen Tumor der Hirnanhangsdrüse zu viel Cortisol gebildet wird. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um einen kleinen, gutartigen Tumor, genauer um ein Mikroadenom. Die Hirnanhangsdrüse, auch Hypophyse genannt, steuert über den Wirkstoff ACTH die Bildung von Cortisol in der Nebenniere. Bei Cortisol handelt es sich um ein Hormon, welches den Stoffwechsel beeinflusst. Durch diesen Umstand kann Morbus Cushing sich auf unterschiedliche Weise auf den Organismus auswirken.

Wie kann Morbus Cushing entstehen?

Ursache für Morbus Cushing ist wie bereits erwähnt ein Tumor in der Hirnanhangsdrüse, der zu einer erhöhten Ausschüttung an ACTH, auch Kortikotropin genannt, führt. In der Folge wird die Cortisolbildung in der Nebennierenrinde angeregt und es kommt zu einem Übermaß dieses Hormons im Blut. Cortisol wirkt sich auf den Stoffwechsel aus und kann daher in erhöhten Mengen zu verschiedenen Symptomen führen. Darüber hinaus sorgt ein Überschuss an ACTH dafür, dass vermehrt Androgene, die auch als männliche Hormone bekannt sind, produziert werden. Daher kommt es bei betroffenen Patienten häufig zu Beschwerden, die ihre Ursache in einem erhöhten Androgenspiegel haben.

Symptome bei Morbus Cushing

Cortisol ist ein Stresshormon. Daher macht sich Morbus Cushing unter anderem durch Bluthochdruck, Depressionen, einen hohen Blutzucker und eine Gewichtszunahme bis hin zur Fettsucht bemerkbar. Aufgrund des erhöhten Androgenspiegels infolge der steigenden ACTH-Ausschüttung kann es darüber hinaus zu vermehrter Behaarung, vor allem bei Frauen, sowie einer Veränderung der Körperproportionen und Zyklusstörungen kommen. Weitere Symptome eines Morbus Cushing sind Wassereinlagerungen, Blutungsneigung, Osteoporose, Muskelschwäche und ein auffallend rundes Gesicht. Von Patient zu Patient unterscheiden sich die Symptome in ihrem Vorkommen und ihrer Ausprägung.

So kann Morbus Cushing diagnostiziert werden

Wenn der Verdacht auf Morbus Cushing besteht, macht der Arzt zunächst einen Bluttest. Ausschlaggebende Werte sind Blutzucker, Cortisol, Cholesterin, Abwehrzellen und Elektrolyte wie Kalium, Natrium oder Magnesium. Ein spezieller Test auf Morbus Cushing ist der Dexamethason-Test. Hierbei wird dem Patienten am Abend Dexamethason injiziert, ein Hormon, welches dem Cortisol sehr ähnlich ist. Bei gesunden Patienten ist das Dexamethason bis zum nächsten Morgen abgebaut und der Cortisolspiegel dementsprechend gesunken. Bei Morbus Cushing jedoch ist der Cortisol-Wert erhöht. Zur Bestätigung des Testergebnisses wird über einen längeren Zeitraum, meist 24 Stunden, der Cortisolspiegel im Urin gemessen. Im letzten Schritt der Diagnose wird der ACTH-Spiegel im Blut gemessen. So kann bestätigt werden, dass es sich um einen Hyperkortisolismus durch eine ACTH-Erhöhung handelt.

Behandlung/Therapie

Im MRT lässt sich häufig der Tumor der Hirnanhangsdrüse erkennen, die Sonografie zeigt meist eine vergrößerte Nebenniere. Ein kleiner und gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse wird meistens operativ entfernt. Dies geschieht entweder über das Keilbein oder durch die Nase. Wenn eine Operation aus einem bestimmten Grund nicht möglich ist, stehen Medikamente wie Ketoconazol zur Verfügung. Dieses hemmt die Bildung von Cortisol. Alternativ wird eine Strahlentherapie durchgeführt. Seltener werden die Nebennieren entfernt, was jedoch zur Folge hat, dass lebenslänglich Cortisol und Mineralokortikoide zugeführt werden müssen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.