Kommt in allen Organismen vorGesundheitslexikon: LDH (Lactatdehydrogenase)

Die Laktatdehydrogenase (LDH) kommt in allen Organismen vor. Dies gilt sowohl für sämtliche einzellige als auch mehrzellige Lebewesen. Das Enzym katalysiert einen entscheidenden Reaktionsschritt innerhalb der Milchsäuregärung, eines uralten Weges der Energiegewinnung. Die Bestimmung der Konzentration von LDH im Blut ist außerdem ein wichtiger diagnostischer Marker zur Identifizierung verschiedener Erkrankungen. Wir erklären, was Laktatdehydrogenase ist, wo es vorkommt, welche Funktion es im Organismus ausübt und was erhöhte Konzentrationen von LDH im Blut bedeuten.

Was ist LDH?

Die Laktatdehydrogenase oder LDH ist ein Enzym, das aus mehreren Untereinheiten besteht. Es kommt somit in mehreren Varianten mit unterschiedlicher Zusammensetzung, aber gleicher Funktion vor. Es tritt in fünf Isoformen von LDH-1 bis LDH-5 auf, die sich jeweils aus vier Untereinheiten zusammensetzen. Bei diesen Untereinheiten sind wiederum die zwei Formen LDH-M und LDH-H bekannt, die innerhalb der einzelnen Isoformen miteinander kombiniert werden. Besonders hohe Konzentrationen von LDH sind in den Organen vorhanden, in denen hohe Stoffwechselleistungen erforderlich sind, wie in der Muskulatur, den Blutzellen, Nieren oder der Leber.

Wo kommt LDH vor?

Laktatdehydrogenase befindet sich sowohl in einzelligen als auch mehrzelligen Organismen in jeder einzelnen Körperzelle. Alle fünf Isoformen erfüllen zwar die gleiche Funktion, haben aber unterschiedliche physikalische Eigenschaften und sind daher auf die Funktionen der jeweiligen Organe angepasst. So finden sich LHD-1 und LDH-2 besonders im Herz, in den Nieren und Blutzellen. LDH-2 und LDH-3 sind zusätzlich verstärkt auch in der Lunge vorhanden. LDH-4 befindet in verschiedenen Organen, während LDH-5 hauptsächlich in der quer gestreiften Muskulatur und der Leber vorkommt.

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Welche Funktion übt LDH im Organismus aus?

Die Laktatdehydrogenase ist für einen Reaktionsschritt in der Milchsäuregärung verantwortlich. Dabei katalysiert sie die Bildung von Milchsäure (L-Laktat) und NAD+ aus Brenztraubensäure (Pyruvat) und NADH. Brenztraubensäure ist ein Zwischenprodukt im Energiestoffwechsel, aus dem bei dieser Reaktion Energie gewonnen wird. Die gebildete Milchsäure kann durch Oxidation wieder in Brenztraubensäure umgewandelt werden. Die Brenztraubensäure steht dann wiederum zur aeroben (mit Sauerstoff) oder anaeroben (ohne Sauerstoff) Energiegewinnung zur Verfügung. Der anaerobe Abbauweg von Biomolekülen hat sich bereits mit der Entstehung des Lebens herausgebildet, als es auf der Erde noch keinen freien Sauerstoff gab. Bei Sauerstoffmangel greifen die Körperzellen noch immer auf diesen Stoffwechselweg zurück.

Welche Bedeutung hat LDH für die Medizin?

Meist kommt Laktatdehydrogenase im Blut nur in geringen Konzentrationen vor. Wenn jedoch Körperzellen absterben, wird LDH freigesetzt und gelangt ins Blut. Da es dort nur sehr langsam abgebaut wird, steigt dessen Konzentration sehr stark an. Ein erhöhter LDH-Wert im Blut deutet daher auf einen ungewöhnlichen körperlichen Prozess hin, der mit dem Absterben von Körperzellen zu tun hat. Bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen wie Herzerkrankungen, verstärktem Muskelabbau, Hämolyse, Krebs oder Infarkten kann ein erhöhter LDH-Wert im Blut einen diagnostischen Hinweis geben. So bleiben die Isoformen LDH-1 und LDH-2 im Blut sehr lange erhalten und können nachträglich auf einen länger zurückliegenden Herzinfarkt hindeuten.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.