Auflösung von roten Blutkörperchen

Gesundheitslexikon: Hämolyse

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2. Oktober 2019 - 14:40 Uhr

Zu wenig rote Blutkörperchen: Bluterkrankung Hämolyse kann lebensbedrohlich sein

Von einer Hämolyse können Menschen jedes Alters und Geschlechts betroffen sein. Die Krankheit, die auch als Hämolytische Anämie" bezeichnet wird, liegt einer Schädigung der Zellmembran zugrunde.

Was ist die Hämolyse?

Die Hämolyse ist eine gravierende Bluterkrankung. Sie definiert sich durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Infolgedessen tritt der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) ins farblose Blutplasma ein. Diese Zerstörung der Blutkörperchen hat für viele Betroffene einen gefährlichen Verlauf - die Hämolyse kann zum Tode führen. Die Schulmedizin differenziert zwei verschiedene Varianten: Neben der physiologischen Hämolyse ist die gesteigerte Hämolyse bekannt. Erstere betrifft auch gesunde Menschen und ist absolut natürlich - sie definiert das Absterben der Erythrozyten nach circa 120 Tagen. Die zweite Variante hat einen krankhaften Verlauf - die Blutkörperchen sterben zu schnell und in zu großer Anzahl ab.

Ursachen einer Hämolyse

Es gibt diverse Gründe, die für das Auslösen einer pathologischen Hämolyse verantwortlich sein können. Das Krankheitsbild kann als Begleitsymptom mit einer anderen Erkrankung, beispielsweise einer Krebsbildung, einhergehen. Des Weiteren kann es einer genetischen Disposition zugrunde liegen. Diese kann auch generationsüberspringend vererbt werden. In den meisten Fällen resultiert die Hämolyse aber aus schweren Infektionen und Erkrankungen des Immunsystems. Auch externe Einflüsse, beispielsweise Vergiftungen, Verbrennungen oder Herzklappenprothesen können mögliche Ursachen sein. In seltenen Fällen ist die Blutkrankheit einem Befall durch Parasiten geschuldet.

Symptome einer Hämolyse

Es gibt eine Vielzahl von Anzeichen, die auf eine krankhafte Hämolyse verweisen können. Die meisten Betroffenen leiden jedoch eher unter unspezifischen Symptomen. Hierzu zählen permanente Müdigkeit, Blässe und allgemeine Abgeschlagenheit. Darüber hinaus kann es zu einer Gelbsucht kommen. Im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf kann zudem die sogenannte "hämolytische Krise" auftreten. Diese zeichnet sich vor allem durch die charakteristischen Merkmale Schüttelfrost, Fieber, Bauchschmerzen, Kreislaufprobleme und Kopfschmerzen aus. Typische Anzeichen sind zudem das Aufkommen von Gallensteinen und Vergrößerungen der Milz.

Wie wird eine Hämolyse diagnostiziert?

Die Feststellung einer pathologischen Hämolyse kann zufällig im Rahmen einer anderen Untersuchung erfolgen. Besteht jedoch zunächst nur ein Grundverdacht, wird eine ausgiebige Befragung des Patienten (Anamnese) durchgeführt. Hierdurch kann der Arzt mögliche Vorerkrankungen ein- oder ausschließen. Ein Blickbefund ist nicht möglich. Die genaue Diagnose der Hämolyse - und deren Schweregrad - kann nur mithilfe labortechnischer Untersuchungen getroffen werden. Hierbei werden die prozentualen Bestandteile der jeweiligen Blutkörperchen untersucht. Neben der Auswertung eines großen Blutbildes kann auch die Untersuchung des Rückenmarks (durch eine Biopsie) Aufschluss über das Krankheitsbild geben.

Behandlung einer Hämolyse

Die adäquate Therapie einer pathologischen Hämolyse orientiert sich an ihrer Ursache. Zunächst muss geklärt werden, ob es sich um eine angeborene oder erworbene Form handelt. Falls es sich bei der Hämolyse um eine Begleiterscheinung handelt, hebt sich diese meist mit der Behandlung der ursprünglichen Erkrankung auf. Um das Krankheitsbild in dieser Zeit zu lindern, können regelmäßige Transfusionen, die über ein Erythrozytenkonzentrat verfügen, verabreicht werden. Falls es sich um eine angeborene Form handelt, ist zumeist eine operative Maßnahme erforderlich. Hierbei wird die Milz entfernt. Medikamentöse Therapien oder gewöhnliche Bluttransfusionen sind eher ungeeignet für eine erfolgreiche Therapie.

Wichtiger Hinweis:W Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.