Leicht verträgliche Hilfe bei Verstopfung

Gesundheitslexikon: Lactulose

15. November 2019 - 11:23 Uhr

Lactulose: leicht verträgliches Abführmittel bei Verstopfung

Der Wirkstoff Lactulose entspringt der Gruppe der Laxantien, auch unter dem Begriff Abführmittel bekannt. Die Einnahme erfolgt meist bei Bedarf, um eine Verstopfung des Darms schnell zu regulieren.

Wie wirkt Lactulose und woher stammt es?

Die Wirksamkeit von Lactulose erfolgt aufgrund der Zusammensetzung des apothekenpflichtigen Medikaments. Es handelt sich um einen synthetischen Zweifachzucker, der durch Umwandlungsprozesse gewonnen wird. Lactulose kommt also nicht in der Natur vor und hat mit Lactose (Milchzucker) keine direkte Verbindung. Insgesamt wirkt das Produkt osmotisch, das heißt der Zucker kann nicht ins Blut gelangen und er bindet Wasser im Darm. Auf diese Weise wirkt er an der vorgesehenen Stelle und macht den Stuhl weicher und gleitfähiger. Das Ergebnis ist ein meist schmerzfreier Stuhlgang, wodurch der menschliche Organismus stark entlastet wird. Bereits im Jahr 1930 wurde die Herstellung von Lactulose erstmals beschrieben, aber erst Mitte der 50er-Jahre wurde die Wirkung bei Obstipation entdeckt. Seither vertreiben viele Pharmawerke ähnliche Substanzen, da die Nachfrage bei Patienten hoch ist.

Welche Nebenwirkungen durch Lactulose sind bekannt?

Das Abführmittel kann unerwünschte Wirkungsweisen entwickeln. Dazu gehören besonders Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Krämpfe, Blähungen und entsprechende Winde. Wer das medizinische Produkt zu lange anwendet oder gar missbraucht, kann die Darmtätigkeit vollends verlangsamen. Diese Problematik ist dann nur schwer zu beheben und erfordert ein langfristiges Verdauungsmanagement beim Arzt des Vertrauens. Wenn ein Körper sehr sensibel aufgestellt ist, können auch Übelkeit und Erbrechen aufkommen. Das medizinische Produkt sollte dann abgesetzt werden und ein Besuch beim Hausarzt wäre zu empfehlen. Lactulose gilt gemeinhin als sehr verträglich, wobei Medikamente bei jedem Menschen verschieden wirken können. Wer die Dosis langsam steigert, profitiert am besten von der Wirkung und muss Nebenwirkungen nicht unbedingt befürchten.

Tipps zur Anwendung von Lactulose

Das Präparat wird als Sirup angeboten und kann daher leichthin oral eingenommen werden. Es ist sehr süß und wird daher von Jung und Alt gut toleriert. Die Dosierung erfolgt entsprechend der Vorgaben im Beipackzettel. Die Dauer der Einnahme richtet sich nach den Beschwerden beziehungsweise dem vorliegenden Krankheitsbild. Chronisch kranke Menschen, beispielsweise Patienten mit multipler Sklerose, müssen Lactulose oft dauerhaft nutzen. Das Darmtherapeutikum Lactulose gibt es in verschiedenen Formen auf dem Markt. Neben dem beliebten Sirup steht beispielsweise auch ein Granulat oder Pulver zur Verfügung. Wer es langfristig einnimmt, sollte seine Kaliumwerte im Blick behalten. Das abführende Mittel senkt den Kaliumgehalt, weshalb dieses bei Notwendigkeit aufgestockt werden muss.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.