Eierstöcke produzieren zu wenig Progesteron

Gesundheitslexikon: Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz)

Bei einer Gelbkörperschwäche fehlt eines der wichtigsten Sexualhormone: das Progesteron
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14. August 2019 - 11:12 Uhr

Gelbkörperschwäche: Mögliche Ursache eines unerfüllten Kinderwunschs

Der weibliche Zyklus dauert zwischen 21 und 35 Tagen und gliedert sich in drei Phasen:

  • Proliferationsphase
  • Ovulationsphase
  • Lutealphase

Er wird bestimmt durch das Zusammenspiel verschiedener Hormone, beispielsweise Östrogen, LSH, LH oder Progesteron. Ist die Produktion eines Hormons reduziert oder fällt diese ganz aus, wirkt sich das auf die Vorgänge im Zyklus aus. Bei der Gelbkörperschwäche entsteht ein Mangel an Progesteron.

Was ist eine Gelbkörperschwäche?

Die Gelbkörperschwäche, medizinisch Lutealinsuffizienz, ist ein Defekt des Gelbkörpers (Corpus luteum). Dieser übernimmt im Körper die Aufgabe, das weibliche Geschlechtshormon Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt, zu produzieren. In geringen Mengen stellt er außerdem auch Östrogen her. Progesteron wird gebraucht, um die Gebärmutterschleimhaut innerhalb des weiblichen Zyklus so aufzubauen, dass sich eine befruchtete Eizelle darin einnisten kann. Besteht eine Insuffizienz des Gelbkörpers, führt das zu einer reduzierten Produktion von Progesteron. Als Folge davon kann es zu Unfruchtbarkeit kommen.

Ursachen einer Gelbkörperschwäche

Die Gelbkörperschwäche entsteht meist aus einer unzureichenden Reifung des Follikels. Dafür gibt es verschiedene mögliche Ursachen. Wenn im Körper dauerhaft eine zu hohe Konzentration des Hormons Prolaktin vorhanden ist, behindert das die Entwicklung des Gelbkörpers. Bestimmte Erkrankungen der Schilddrüse und der Nebennieren oder auch Diabetes können der Grund für eine Gelbkörperschwäche sein. Werden wegen einer Funktionsstörung in den Eierstöcken (Ovarialinsuffizienz) von der Hirnanhangdrüse zu wenig von den Hormonen FSH und LH ausgeschüttet, kann das ebenfalls zu einem Defekt des Gelbkörpers führen.

Symptome einer Gelbkörperschwäche

Die Gelbkörperschwäche verursacht nicht immer Symptome - bei manchen Frauen verläuft der Zyklus völlig normal. Häufig kommt es allerdings zu einer verkürzten zweiten Zyklushälfte, die weniger als zwölf Tage dauert. Außerdem treten in diesem Zeitraum öfter Zwischenblutungen auf. Hat eine Befruchtung der Eizelle stattgefunden, so kann es gehäuft zu frühen Fehlgeburten kommen. Auch Symptome wie Gelenk- oder Muskelschmerzen, Neigung zur Bildung von Myomen oder Zysten und ein ausgeprägtes prämenstruelles Syndrom (PMS) können durch eine Gelbkörperschwäche und einen damit verbundenen Progesteronmangel ausgelöst werden.

Diagnose einer Gelbkörperschwäche

Wenn eine Frau die genannten Symptome bemerkt und sich keine Schwangerschaft einstellen will, sollte sie den Zyklus genau beobachten sowie die Basaltemperatur messen und dokumentieren. Anhand der Temperaturkurve kann der Arzt erkennen, ob eventuell eine Gelbkörperschwäche vorliegt. Beim Verdacht auf Lutealinsuffizienz werden mit einem Bluttest die Hormonwerte ermittelt. Ist die Konzentration von Progesteron zu niedrig, ist das ein weiterer Hinweis auf die Störung. Schließlich kann der Arzt zudem mit einer Ultraschalluntersuchung erkennen, ob die Gebärmutterschleimhaut ausreichend aufgebaut ist, was ebenfalls Rückschlüsse auf die Funktion des Gelbkörpers zulässt.

Behandlung einer Lutealinsuffizienz

Die Therapie orientiert sich an der Ursache der Gelbkörperschwäche. Sind Erkrankungen der Auslöser, so werden diese behandelt. Bei erfolgreicher Therapie wird folglich auch die Funktionsstörung verschwinden. Durch die Gabe von verschiedenen Hormonen kann das Wachstum des Gelbkörpers gefördert werden. Das Schwangerschaftshormon HCG unterstützt die Eizellen in ihrer Reifung, fördert den Eisprung und trägt dazu bei, dass der Gelbkörper erhalten bleibt. Auch mit niedrig dosiertem Östrogen lässt sich die Follikelreifung verbessern. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Gabe von Progesteron.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.