Gesundheitslexikon: Prolaktin

29. November 2018 - 15:48 Uhr

Prolaktin ist das "Milchhormon"

Bei Prolaktin handelt es sich um ein Hormon, welches in der Regel mit der Milchproduktion der Frau in Verbindung gebracht wird. So steht Prolaktin zumeist im Fokus bei Schwangerschaften und während der Stillzeit. Daneben ist es aber auch Anzeiger für einige Erkrankungen.

Was ist Prolaktin?

Prolaktin ist ein Hormon, welches sowohl im weiblichen als auch im männlichen Körper zu finden ist. Der Name leitet sich von dem lateinischen Begriff "lac" für Milch ab und deutet auf seine Funktion hin. Vor allem während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist die Hormonausschüttung gesteigert, da Prolaktin für die Milchbildung in der Brust verantwortlich ist. Besonders bei Männern ist die detaillierte Steuerung der Freisetzung von Prolaktin noch nicht abschließend erforscht. Gebildet beziehungsweise gefördert und gehemmt wird die Bildung des Hormons im Blut, gesteuert durch den "Hypothalamus", einer zentralen Hirnregion. Speziell die "Hypophyse", eine Hirnanhangdrüse, ist für die Herstellung verantwortlich.

Wann wird Prolaktin ausgeschüttet und was bewirkt es im Körper?

Mehrere Faktoren können für die Ausschüttung des sogenannten Milchhormons verantwortlich sein. Neben Schwangerschaft oder Stillzeit bei Frauen sind körperlicher oder seelischer Stress Gründe für eine höhere Freisetzung. Der Prolaktinspiegel ist außerdem abhängig von der Tageszeit und in der Regel nachts höher als tagsüber. Blutentnahmen zur Bestimmung des Prolaktinwertes werden deshalb meist circa vier Stunden nach dem Aufstehen durchgeführt. Generell liegen die Richtwerte für Frauen etwas über denen für Männer. Der Nutzen des Hormons bei Männern ist noch weitestgehend unerforscht. Allerdings können normabweichende Werte Hinweise auf oder Ursache für Erkrankungen sein. Grundsätzlich regt das Hormon die Milchbildung der Brustdrüse an.

Mangel und Überschuss: Mögliche Ursachen

Neben dem natürlichen und vom Körper gewollten Überschuss des Hormons im Zeitraum der Stillzeit können erhöhte beziehungsweise niedrige Prolaktinwerte auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. Ein hoher Prolaktinspiegel kann etwa Hinweis auf eine Funktionsstörung der Nieren sein. Ebenfalls sind Tumore der Hypophyse für höhere Werte verantwortlich, da sie zu einer erhöhten Produktion des Hormons beitragen. Auch Tumore, welche einen Dopaminmangel verursachen, können allerdings erhöhte Prolaktinwerte im Blut verursachen. Dopamin ist nämlich für die Hemmung der Prolaktinbildung im Blut verantwortlich. Darüber hinaus kann eine Schilddrüsenunterfunktion aufgrund der TRH-Bildung zu einer Unterfunktion der Hypophyse führen und damit zu niedrige Prolaktinwerte zur Folge haben.

Wie wird Prolaktin in der Medizin eingesetzt?

Prolaktin kann aufgrund des Zusammenhangs mit manchen Krankheitsbildern als Indiz und Diagnosehilfe dienen. Durch Bestimmung des Prolaktinspiegels können dementsprechende Erkenntnisse erlangt werden. Bei Männern kann die Überproduktion beispielsweise zu Erektionsstörungen führen, bei Frauen zum Ausbleiben der Regel. Tumore der Hypophyse, welche Prolaktin bilden ("Prolaktinome"), können beispielsweise durch die Verabreichung von Dopamin behandelt werden. Eine Anpassung des Prolaktinspiegels kann zum Schrumpfen des Tumors führen. Die Regulierung des Hormons im Blut kann folglich Einfluss auf manche Krankheitsbilder und -symptome haben. Auch das ungewollte Austreten von Milch aus der Brust aufgrund eines erhöhten Prolaktinspiegels kann mit der Regulierung des Hormons eingedämmt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.