Häufiges Vorkommen von unterschiedlichen Krankheiten

Gesundheitslexikon: Epidemie

© dpa, Ahmed Jallanzo

8. August 2019 - 10:19 Uhr

Epidemie - wenn sich Krankheiten rasant ausbreiten

Eine Epidemie liegt vor, wenn sich eine hohe Anzahl an Menschen zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Region mit einer Infektionskrankheit angesteckt haben. Vor allem in tropischen Regionen kommt es häufig zu Epidemien. Befällt eine Krankheit die Bevölkerung in verschiedenen Regionen, Ländern oder sogar Kontinenten, spricht man von einer Pandemie. Wir erklären, was eine Epidemie ist und wie gegen sie vorgegangen werden kann.

Was ist eine Epidemie?

Die Bezeichnung Epidemie kommt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß "im Volk verbreitet". Im Deutschen wird der Begriff auch mit dem der Seuche gleichgestellt. Dieser taucht in einigen Krankheitsnamen auf, z. B. bei der Maul-und Klauenseuche. Eine Epidemie entsteht durch eine rasche Übertragung von Infektionskrankheiten. Diese kann durch Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger ausgelöst werden. In Deutschland kommt es häufig zu Influenza- bzw. Grippeepidemien. In wärmeren Gebieten der Erde treten Krankheiten wie Cholera, Kinderlähmung, Wundstarrkrampf oder auch die Pest auf. In vielen Epidemiefällen werden die Erreger über Tiere als sogenannte Zwischenwirte direkt oder indirekt auf den Menschen übertragen.

Wer ist von welchen Epidemien betroffen?

Besonders die Menschen in Entwicklungsländern leiden unter Epidemien. Es können Tropenkrankheiten wie Cholera, das Denguefieber, Typhus und Kinderlähmung auftreten. Zwar ist die Gefahr der Pest in weiten Teilen der Erde gebannt, doch auch heute gibt es noch Fälle in einigen Entwicklungsländern. Aids könnte angesichts seiner hohen Opferzahl als Epidemie oder sogar Pandemie bezeichnet werden. In modernen Industrieländern besteht für die dortige Bevölkerung hin und wieder die Gefahr einer Grippeepidemie. Zuletzt machten Epidemien wie die Vogel- und die Schweinegrippe Schlagzeilen. Das seit 2015 weitverbreitete Zika-Virus hat zu einer Epidemie in Südamerika geführt und sich zu einer Pandemie ausgebreitet.

Wie kann eine Epidemie bekämpft werden?

Da viele Epidemien in Entwicklungsländern auftreten, ist die Bevölkerung auf Hilfe von außen angewiesen. Durch eine schlechte und langsame Versorgung können Epidemien schnell zu Pandemien werden. Um Seuchen einzudämmen, bedarf es zunächst wirksamer Medikamente. Zudem ist Aufklärungsarbeit notwendig, um Bevölkerungsgruppen vor den Gefahren zu warnen und ihnen zu erläutern, wie die Erreger übertragen werden. Mit Maßnahmen wie gründlicher Hygiene und der Nutzung von Hilfsmitteln, z. B. von Moskitonetzen oder Präservativen, kann die Ansteckungsgefahr verringert werden. Betroffene Personen müssen behandelt und vorübergehend in Quarantäne gebracht werden.

Warum ist es manchmal schwierig, Epidemien vorzubeugen?

Gegen bestimmte Krankheiten kann sich der Mensch impfen lassen und so seinen Körper resistent gegen bestimmte Erreger machen, etwa durch eine Grippeimpfung. Allerdings gibt es nicht für alle Infektionskrankheiten einen Impfstoff oder gar Medikamente. In diesen Fällen kann es lediglich helfen, sich über die möglichen Ansteckungsgefahren zu informieren und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Bei dem hohen Reiseverkehr auf der Welt ist es zudem nützlich, ankommende Reisende mithilfe von systematischen Kontrollen auf Krankheitserreger zu überprüfen, wie im Falle der Ausbreitung des Ebolavirus. Wird eine Krankheit frühzeitig erkannt, kann einer weiteren Verbreitung entgegengewirkt werden und die Überlebenschancen der Patienten steigen.