Anzeichen ist ein Ausschlag an Händen, Füßen & Gesicht

Gesundheitslexikon: Maul- und Klauenseuche (MKS)

Die Maul- und Klauenseuche, kurz MKS, ist eine anzeigepflichtige virale Zoonose, die durch Klauentiere auf den Menschen übertragen wird
Die Maul- und Klauenseuche, kurz MKS, ist eine anzeigepflichtige virale Zoonose, die durch Klauentiere auf den Menschen übertragen wird
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27. November 2019 - 10:36 Uhr

Mit der Maul- und Klauenseuche können sich auch Menschen infizieren

Die Maul- und Klauenseuche (kurz MKS) gehört zu jenen Tierseuchen, die auch auf den Menschen übertragbar sind. In der Regel ist der Mensch zwar wenig betroffen, kann aber als Überträger der Tierseuche andere Tierbestände gefährden. Die größte Gefahr der Maul- und Klauenseuche für den Menschen besteht in dem Schaden, die sie der Landwirtschaft zufügt. Hier lesen Sie, um was es sich bei der Maul- und Klauenseuche handelt, unter welchen Umständen sie auf den Menschen übertragen wird und welche direkten Auswirkungen sie für ihn haben kann.

Was ist die Maul- und Klauenseuche?

Die Maul- und Klauenseuche ist eine hochansteckende Tierseuche, die hauptsächlich Paarhufer wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen oder Rehe befällt. Aber auch Elefanten, Ratten oder Igel können sich mit dem MKS-Virus infizieren. Pferde werden von dieser Seuche in der Regel verschont. Der Mensch kann sich zwar infizieren, zeigt meist aber nur geringfügige oder gar keine Symptome. Das Virus befällt vor allem die Haut und die Schleimhäute der Tiere. An den Hufen und im Maul bilden sich schmerzhafte flüssigkeitsgefüllte Blasen (Aphten). Neben milden Verlaufsformen gibt es auch tödlich verlaufende Erkrankungen, die den Viehbestand um bis zu 80 Prozent reduzieren können.

Ursachen einer Maul- und Klauenseuche

Der Mensch kann sich bei direktem Kontakt mit infizierten Tieren durch Schmierinfektion mit dem MKS-Virus anstecken. In seltenen Fällen findet die Übertragung auch durch kontaminierte Gegenstände oder gar Milch sowie Milchprodukte statt. Allerdings ist der Mensch viel weniger empfindlich für das MKS-Virus als die Paarhufer. Das Virus findet im menschlichen Organismus meist ungünstige Bedingungen für seine Vermehrung vor. Daher kommt die Erkrankung auch nur selten zum Ausbruch. Schwerwiegender ist die Tatsache, dass der Mensch als der hauptsächliche Überträger der Seuche von einem Viehbestand zum anderen infrage kommt.

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Symptome der Maul- und Klauenseuche

Nach der Ansteckung mit dem Virus kommt es nach einer Inkubationszeit von zwei bis sechs Tagen bei einigen Menschen zunächst zu Kopfschmerzen, Fieber, Rückenschmerzen und Abgeschlagenheit. Nach weiteren zwei bis drei Tagen bildet sich an der Eintrittspforte des Virus eine Blase. Danach vermehrt sich der Erreger unter Ausbildung einer Mundschleimhautentzündung und eines masernähnlichen Hautausschlags sehr stark. Im Mund- und Rachenraum sowie auf Fußsohlen, Handflächen, Fingerspitzen oder Lippen entstehen linsengroße Aphten, die im weiteren Verlauf der Krankheit aufplatzen. Des Weiteren entwickelt sich ein übler Mundgeruch. Der Krankheitsverlauf ist aber fast immer gutartig.

Diagnose, Behandlung und Vorbeugung

Die Diagnose einer MKS erfolgt durch eine Antikörperbestimmung. Das MKS-Virus kann außerdem aus dem Bläscheninhalt der Aphten isoliert werden. Durch diese Untersuchungen ist differenzialdiagnostisch die Abgrenzung der MKS gegen die viel häufiger auftretende Hand-Fuß-Mund-Krankheit möglich. Die MKS heilt beim Menschen nach etwa 14 Tagen von alleine aus. Während des Krankheitsverlaufes können die Symptome jedoch durch antiseptische Mundspülungen und antiseptische Cremes abgemildert werden. Andere Maßnahmen sind nicht notwendig. Um eine Ansteckung mit dem MKS-Virus zu verhindern, sollte der Kontakt mit erkrankten Tieren und kontaminierten Gegenständen vermieden werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.