Ins Innere des Körpers sehen

Gesundheitslexikon: Endoskopie (Spiegelung)

2. August 2019 - 12:47 Uhr

Endoskopie: So kann der Arzt ins Körperinnere sehen

Endoskopie bedeutet eine Spiegelung von Körperhöhlen und Hohlorganen des Menschen mittels einer Sonde (Endoskop), um darin mögliche Veränderungen oder Krankheitsbilder zu erkennen. Je nachdem, ob der zu spiegelnde Bereich eher oberflächlich oder tiefer im Körper liegt, führt der Internist eine starre Sonde aus Metall oder einen flexiblen Schlauch in das Untersuchungsgebiet ein. An der Spitze der Sonde befindet sich eine Lichtquelle, so dass ein leicht zugänglicher Bereich (Hals, Nase, Ohren) von außen gut einsehbar ist. Sollen tiefer liegende Organe (Lunge, Magen, Darm) untersucht werden, wird das Endoskop zusätzlich mit einer winzigen Kamera versehen, die dem Arzt Bilder nach draußen auf einen Monitor überträgt (Videoendoskopie).

Wofür wird Endoskopie eingesetzt?

Durch das Endoskop oder einen weiteren Zugang kann der Arzt Instrumente an die untersuchte Stelle einbringen und damit unter anderem Gewebeproben entnehmen oder Spülungen (z. B. der Lunge) durchführen. Endoskopie kann demnach zur diagnostischen Abklärung und für Vorsorgeuntersuchungen, aber auch für kleinere chirurgische Eingriffe nach der minimal-invasiven Methode eingesetzt werden.

Die häufigsten endoskopischen Untersuchungen sind:

Zum Einführen des Endoskops dienen entweder natürliche Körperöffnungen oder ein künstlich geschaffener Zugang. So können die Gastroskopie und die Bronchoskopie beispielsweise über den Mund erfolgen, die Koloskopie und Rektoskopie über den After. Für eine Spiegelung des Bauchraums und der Gelenke ist jedoch ein kleiner Schnitt erforderlich, um das Endoskop einführen zu können.

Vorteile und Risiken der Endoskopie

Durch hochauflösende Bilder kann der Arzt alle Stellen im untersuchten Bereich detailliert einsehen und damit krankhafte Veränderungen der Schleimhaut oder Wucherungen entdecken. So können z. B. Polypen im Dickdarm, auch wenn sie erst wenige Millimeter groß sind, erkannt und sofort entfernt werden. Diese Polypen sind meist gutartig, können jedoch eine Vorstufe zu Darmkrebs sein. Damit ist besonders die Darmspiegelung eine der wichtigsten Untersuchungen zur Krebsvorsorge.

Eine endoskopische Untersuchung liefert genaueste Ergebnisse und ersetzt durch dadurch mögliche Sofortmaßnahmen oft einen chirurgischen Eingriff.

Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Endoskopie der inneren Organe in den meisten Fällen unter einer leichten Narkose durchgeführt wird. Die Untersuchung ist dadurch völlig schmerzfrei.

Bei allen endoskopischen Untersuchungen besteht ein kleines Risiko, dass Gefäßwände bei der Einführung der Instrumente gereizt oder geschädigt werden. Das führt sehr selten zu leichten Blutungen, die meist jedoch noch während des Eingriffs zum Stillstand gebracht werden können.