Auch unter dem Namen Speed bekannt

Gesundheitslexikon: Amphetamin

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28. März 2019 - 15:18 Uhr

Amphetamin: Medikament für die Behandlung von ADHS und Narkolepsie

Amphetamin ist ein medizinischer Wirkstoff, der rein synthetisch hergestellt wird. Es handelt sich um eine Substanz, die heutzutage weltweit vielfach eingesetzt wird - hauptsächlich zur Behandlung von ADHS und der Narkolepsie. Es wirkt je nach Dosis unter anderem munter machend und euphorisierend. Bekannt wurde das Medikament auch als psychoaktive Partydroge, unter dem geläufigsten Namen Speed.

Was ist Amphetamin?

Amphetamin ist ein synthetisches Molekül, das zu der Stoffgruppe der Phenylethylamine zählt und unter diesen zu den sogenannten Weckaminen. Diese haben, wie der Name sagt, eine munter machende Wirkung. Das Amphetamin wirkt dabei außerdem euphorisierend und zügelnd auf den Appetit. Allgemein regt es Teile des vegetativen Nervensystems an - vor allem den Sympathikus. Amphetamin ist eine chemische Stammverbindung. Das bedeutet, es gibt weitere ähnliche Substanzen, die in diesem Fall allesamt eine psychoaktive Wirkung haben. Dazu zählt beispielsweise auch Ephedrin und Methamphetamin. Das Betäubungsmittel wurde erstmals 1887 an der Humboldt Universität zu Berlin synthetisiert. Der Name leitet sich von der alten chemischen Bezeichnung Alpha-Methylphenethylamin ab.

Wirkung von Amphetamin

Die Wirkung von Amphetamin ist auf die Ausschüttung von Dopamin und Noradrenalin im Gehirn zurückzuführen. Der Mechanismus wird dadurch ausgelöst, dass das Amphetamin über den Transporter in die präsynaptische Zelle gelangt. Aus den Vesikeln innerhalb der Zelle werden daraufhin die genannten Neurotransmitter in den Zellinnenraum freigesetzt. Diese werden schließlich aktiv in den außerzellulären Bereich transportiert. Bei regelmäßigem Konsum des Wirkstoffes kann sich eine relativ kurz andauernde Toleranz aufbauen, die jedoch nur für einige Stunden andauert. Das Amphetamin hat im Körper eine Halbwertszeit von ungefähr zehn Stunden. Das bedeutet, dass nach etwa drei Tagen noch ein Prozent der konsumierten Menge vorhanden ist.

Anwendungsgebiete von Amphetamin

Bis weit in die 1950er-Jahre wurde Amphetamin leichtfertig als Appetitzügler vermarktet und genutzt. Erst als man das hohe Suchtpotential und die starken Nebenwirkungen des Medikaments erkannte, wurde es nur noch zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, also ADHS, und der Narkolepsie, einer Schlafstörung, eingesetzt. Amphetamin wirkt im Gehirn und im Rückenmark und stimuliert besonders den Sympathikus. Bei entsprechender Dosierung wird der Körper in einen Stresszustand versetzt, auch ergotroper Zustand genannt. Dadurch wird eine erhöhte Handlungsbereitschaft aktiviert, welche evolutionär betrachtet bei gefährlichen Situationen ein Vorteil sein kann.

Nebenwirkungen und wichtige Hinweise

Die Wirkungen können je nach Menge des konsumierten Amphetamins in ihrer Intensität schwanken. Man beobachtet folgende Wirkweisen: Erhöhte Wachheit, Nervosität, erhöhte Konzentrationsfähigkeit, gesteigerte Ausdauer sowohl körperlich als auch kognitiv, Verminderung von Hunger und Durst, sowie eine erhöhte Herzfrequenz. Bei an Narkolepsie leidenden Menschen kann durch diese Wirkweise erreicht werden, dass Erkrankte einen relativ normalen Schlafrhythmus entwickeln können. Diese Effekte sorgten nicht zuletzt jedoch dafür, dass sich Amphetamin als Partydroge weit verbreitet hat. Die Liste unerwünschter Nebenwirkungen von Amphetamin ist ebenfalls lang. So können Konsumenten Herzrasen bekommen oder gar Kammerflimmern. Krampfanfälle können ebenso auftreten wie erhöhter Blutdruck, akuter Schlafmangel und heftiger Tremor.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.