Gegen Influenza und Parkinson

Gesundheitslexikon: Amantadin

2. April 2019 - 10:41 Uhr

Amantadin zur Behandlung von Grippe oder Parkinson

Amantadin ist ein Wirkstoff, der in Medikamenten zur Behandlung von Grippe oder auch Parkinson eingesetzt wird. Arzneimittel mit Amantadin gibt es in Tablettenform, aber auch als Infusionslösung für eine Intensivbehandlung. Um eine Grippe zu behandeln, muss die Einnahme so schnell wie möglich nach der Infektion beginnen. Bei der Bekämpfung von Vogelgrippe wurde Amantadin in Südostasien in hohen Dosen bei Geflügel eingesetzt. Allerdings erwies sich diese Maßnahme als erfolglos, da die Virenstämme resistent gegen den Wirkstoff waren.

Was ist Amantadin?

Bei Amantadin handelt es sich um einen Arzneimittelwirkstoff, der hauptsächlich zur Bekämpfung von Grippe angewendet wird. Auch bei der Therapie von Morbus Parkinson im fortgeschrittenen Stadium wird Amantadin ergänzend zur Linderung von Beschwerden angewendet, da es die Dopaminausschüttung anregt. Allerdings ist die Wirkung unzureichend medizinisch belegt. Zudem wird das Arzneimittel als mögliche Therapiemaßnahme bei Entzugserscheinungen von Kokainabhängigen in Betracht gezogen. Es gelangt nach der oralen Einnahme über den Darm in die Blutbahn und wird nach mehreren Stunden freigesetzt. Etwa nach einem halben Tag wird der Wirkstoff langsam über die Harnwege wieder ausgeschieden.

Wirkung

Die Influenzaviren vom Typ A werden über Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragen. Sie verfügen über eine Hülle, die sie beim Eindringen in die Körperzellen abwerfen und sich danach vermehren können. Der Wirkstoff Amantadin verhindert das Abwerfen dieser Hülle, sodass eine Vervielfältigung der Viren nicht möglich ist. Im Rahmen der Behandlung von Parkinson spielt die Einnahme von Amantadin eine große Rolle. Es kann die Freisetzung des Botenstoffs Dopamin anregen, der dadurch wieder in die Nervenzellen gelangen und Krankheitssymptome wie Zittern oder Muskelsteife lindern kann. Medikamente mit Amantadin verursachen eine Reihe von Nebenwirkungen, beispielsweise Schwindel, Nervosität und Unruhe, aber auch Schlaf- und Konzentrationsstörungen.

Anwendungsgebiete von Amantadin

Amantadin kann sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung von Grippe verwendet werden. Es ist jedoch nur wirksam gegen Influenzaviren vom Typ A. Bei der sogenannten "echten Grippe" werden häufig Medikamente, die diesen Wirkstoff enthalten, eingesetzt. Dadurch können das Fieber gesenkt und die Dauer des Krankheitsverlaufes verkürzt werden. Zur akuten Behandlung ist eine Einnahme von zehn Tagen notwendig. Bei der Behandlung von Parkinson wird die Dosis für den Patienten anfangs gering gehalten und mit der Zeit gesteigert. Das Beenden der Therapie muss ebenso in kleinen Schritten durch Herabsetzen der Dosis geschehen. In Deutschland und Österreich sind Medikamente mit Amantadin verschreibungspflichtig.

Das müssen Sie beachten

Durch die Einnahme von Arzneimitteln mit Amantadin kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Besonders wenn es in Kombination mit Medikamenten eingenommen wird, die Chinigin, Amiodaron oder Procainamid enthalten, können Wechselwirkungen entstehen. Auch in Verbindung mit Antibiotika oder Antidepressiva können Probleme mit dem Herzrhythmus eine Folge von Arzneimittelwechselwirkungen sein. Die gleichzeitige Einnahme von Diuretika zur Entwässerung des Körpers kann das Ausscheiden von Amantadin aus dem Körper behindern. Dadurch kann der Wirkstoffspiegel im Blut hoch ansteigen. Bei einer Behandlung mit Amantadin sollte auf Alkoholkonsum verzichtet werden, da es die Toleranzgrenze erheblich senkt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und Hinweise über Arzneimittel, hat jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt daher nicht die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker. Da die Medizin sich ständig weiterentwickelt, sollten Sie immer die aktuelle Gebrauchsinformation zu Ihrem Arzneimittel sorgfältig durchlesen und Ihren Arzt oder Apotheker zurate ziehen.