Detransition

Nach Jahren als Trans-Mann: Issa (26) macht ihre Geschlechtsumwandlung rückgängig

Issa aus Detroit nahm sechs Jahre lang männliche Hormone, bis sie sich dazu entschied, ihre Transition rückgängig zu machen.
Issa aus Detroit nahm sechs Jahre lang männliche Hormone, bis sie sich dazu entschied, ihre Transition rückgängig zu machen.
© CATERS NEWS

11. Mai 2022 - 9:42 Uhr

Issa Ismail (26) wird in Detroit, Michigan, als Frau geboren. Mit 19 Jahren outet sie sich als Transgender-Mann und beginnt den Prozess der Transition. Sechs Jahre lang nimmt Issa männliche Hormone ein, verändert sich auch durch Operationen körperlich stark – bis sie im Februar 2021 beschließt, wieder als Frau leben zu wollen.

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Genderfluide Identität

"Ich war schon immer ein sehr genderfluides Kind", erinnert sich Issa im Interview mit "Real Fix". "Von der Geburt bis zu meinem zwölften Lebensjahr war ich sehr burschikos. Von dreizehn bis ungefähr 18 war ich dieses superfeminine Teenager-Mädchen, das Jungs datete und Make-up trug. Und von 19 bis fast 27 war ich ein maskuliner Trans-Mann."

Durch die sechs Jahre der Testosteron-Einnahme verändert sich Issas Optik vollkommen: Sie bekommt eine tiefere Stimme, dichte Gesichtsbehaarung, größere Muskeln, markantere Gesichtszüge. 2016 folgt die chirurgische Entfernung der Brüste.

Doch etwa drei Jahre nach ihrem Outing als Transmann habe sie eine psychische Veränderung an sich bemerkt, sogar unter Depressionen gelitten, erinnert sich Issa weiter. Bis ihr, etwa sechs Jahre nach Beginn der Hormon-Einnahme, klar geworden sei, dass sie sich mit ihrer Identität als Mann unwohl fühlt.

2021 beginnt Issa mit der Detransition

Im Februar 2021 beschließt sie: Ich will wieder als Frau leben – und beginnt den Prozess der Detransition. Sie beendet die Einnahme der männlichen Hormone und sieht schon nach wenigen Monaten wieder aus wie die Issa, die sie noch aus Teenager-Zeiten kannte – nur eben als 26-jährige Erwachsene.

Sie habe nicht damit gerechnet, jemals wieder wie eine Frau auszusehen, erzählt die US-Amerikanerin im Interview mit "Real Fix". "Wenn man sich Fotos von mir mit sechs Jahren auf Hormonen anschaut, sehe ich aus wie der stereotype Cisgender-Mann: Meine Gesichtsbehaarung, wie mein Körper sich verändert hat und so weiter. Testosteron ist so ein starkes Hormon", staut Issa. "Ich hätte definitiv nicht gedacht, dass ich wieder diese weibliche Person sein würde".

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Issa möchte anderen mit ihrer Geschichte Mut machen

Nun möchte Issa ihre Erfahrungen mit der Detransition mit der Öffentlichkeit teilen – auch, um anderen Menschen, die Ähnliches durchmachen, Mut zuzusprechen. "Der beste Rat, den ich zum Thema Transition oder Detransition geben kann, ist, wirklich auf sich selbst zu hören und der Intuition, dem Herzen und dem Bauchgefühl zu folgen", erklärt sie im "Real Fix"-Interview weiter. "Ich möchte Transmenschen helfen, sich in ihrer Identität bekräftigt zu fühlen. Gleichzeitig möchte ich Transmenschen aber auch helfen, sich nicht davor zu fürchten, ihre Identität zu hinterfragen." (dhe)