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Geschlechtsneutrale Erziehung: Zoomer ist weder Junge noch Mädchen

Zoomers Eltern erziehen ihr Kind geschlechtsneutral
Zoomers Eltern erziehen ihr Kind geschlechtsneutral Junge? Mädchen? Ganz egal! 01:11

Zoomers Geschlecht spielt für seine Eltern keine Rolle

Mädchen oder Junge? Rosa Kleidchen oder lässige Baggy Pants? Für Zoomers Eltern ist das alles kein Thema – denn sie erziehen ihr zweijähriges Kind ganz bewusst geschlechtsneutral.

Erziehung nach dem 'Gender Creative Parenting'-Konzept

Auf den ersten Blick denkt man bei Zoomer wohl an einen niedlichen kleinen Jungen mit langen Haaren. Eigentlich nicht ungewöhnlich. Doch offiziell ist Zoomer gar kein Junge – und auch kein Mädchen.

Zoomer ist ein 'theyby'

Wenn Kyl Myers und ihr Partner Brent Courtney-Myers aus Utah (USA) nach dem Geschlecht ihres Kindes gefragt werden, sagen sie, dass Zoomer weder 'sie' noch 'er', sondern ein 'theyby' sei. Wenn sie selbst von Zoomer sprechen, benutzen sie demnach das englische Pronomen 'they', auf Deutsch also 'sie' im Plural.

Welches biologische Geschlecht das zweijährige Kind hat, halten die Eltern geheim. Ihr Grund dafür: Sie erziehen Zoomer nach dem sogenannten 'Gender Creative Parenting'-Konzept. Doch was heißt das genau?

"Das Geschlecht sagt uns nichts über die Lieblingsfarbe oder den Sinn für Humor eines Menschen"

'Gender Creative Parenting' soll die Gleichstellung der Geschlechter fördern und verhindern, dass Kinder direkt nach der Geburt mit geschlechtsspezifischen Erwartungen konfrontiert werden. Das Geschlecht verrät laut Kyl und Brent nichts über die Persönlichkeit eines Menschen, sie verstehen es eher als weites Spektrum.

Auf ihrem Blog 'raisingzoomer.com' erklärt Kyl: "Wenn wir zum Beispiel davon ausgehen, dass Weiblichkeit auf der linken Seite des Spektrums und Männlichkeit auf der rechten Seite steht, neigen Eltern oft dazu, ihre Kinder jeweils auf der einen Hälfte des Spektrums zu halten. Mädchen werden voraussichtlich nie die rechte Seite des Spektrums und Jungs nie die linke Seite erreichen."

Wenn es soweit ist, wird Zoomer selbst entscheiden

Zoomers Eltern möchten ihrem Kind ermöglichen, sich ganz losgelöst von sozialen Rollen und Erwartungen auf dem gesamten Spektrum zu bewegen. Die Individualität steht hier im Fokus.

In welche Richtung sich Zoomer schließlich eher bewegt, bleibt dem zweijährigen Kind selbst überlassen. "Zoomer wird ein Geschlecht haben", sagt Kyl im 'New York Magazine'. "Sie werden [sic!] uns wissen lassen, was ihr Geschlecht ist. Das wird vermutlich mit drei oder vier Jahren passieren. Und wenn es soweit ist, können wir uns einfach darauf einstellen."

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