Neukunden werden mit Prämien gelockt

Geld sparen durch Energieversorger-Wechsel: Was tun, wenn der Stromanbieter mich ablehnt?

© iStockphoto

16. Juli 2019 - 16:36 Uhr

Neukunden können bis zu 200 Euro jährlich sparen

Ausgefuchste Kunden werden es kennen: Durch den Anbieterwechsel beim Energieversorger lässt sich eine Menge Geld sparen, denn Neukunden werden mit Geldprämien gelockt. Es gibt Verbraucher, die sich das zunutze machen und ihren Strom- und Gasanbieter deswegen regelmäßig wechseln – und so bis zu 200 Euro jährlich sparen. Aber was tun, wenn der Versorger die Aufnahme verweigert?

Kunden, die sich für den Anbieter nicht lohnen, werden abgelehnt

Kunden, die jährlich ihren Energieversorger wechseln, werden neuerdings immer öfter ohne Begründung abgelehnt, berichtet Finanztest. Das ist auch zulässig, denn in Deutschland gilt die Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass Vertragspartner Kunden ohne eine Begründung ablehnen dürfen. Eine Ausnahme stellt die Grundversorgung dar, denn jeder Haushalt hat ein Anrecht darauf, Energie vom Grundversorger geliefert zu bekommen. Der Grundversorger ist das Energieunternehmen, das im jeweiligen Netzgebiet die meisten Haushaltkunden versorgt. Das Unternehmen darf einen dann also nicht als Kunden ablehnen, alle anderen schon.

Finanztest zufolge werden Kunden abgelehnt, die sich nicht fürs Unternehmen lohnen. Das sind vor allem Wechselkunden, erklärt der Jurist Fabian Fehrenbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Einige Energieanbieter haben ihre Tarife so kalkuliert, dass sie erst im zweiten Jahr, wenn die Boni wegfallen, mit dem Kunden Geld verdienen. Unternehmen, die ihre Tarife so knapp kalkulieren, haben wenig Interesse an Kunden, von denen sie vermuten, dass sie nach einem Jahr wieder wechseln."

Tipps, um Ablehnung zu verhindern

Um das zu verhindern und die Prämien einzukassieren, empfiehlt Finanztest vor allem Folgendes: Rechtzeitig und selbst kündigen und die persönlichen Daten beim Anbieter löschen lassen.

Rechtzeitig kündigen

Kündigen Sie Ihren Vertrag mindestens vier bis sechs Wochen vor der Kündigungsfrist. So haben Sie Zeit, sich einen anderen Anbieter zu suchen, falls Sie abgelehnt werden.

Selber kündigen

Kündigen Sie erst ein oder zwei Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist, sollten Sie unbedingt selber kündigen und dies nicht dem neuen Anbieter überlassen. So ist gewährleistet, dass sich Ihr alter Vertrag nicht automatisch verlängert, sollte der neue Anbieter Sie ablehnen. Im Zweifel würden Sie dann vorübergehend in die Grundversorgung fallen.

Daten löschen lassen

Wenn Sie von Ihrem Anbieter die Abschlussrechnung erhalten und beglichen haben, fordern Sie ihn auf, Ihre Daten zu löschen. Denn die Datenschutz-Grundverordnung legt fest, dass Sie ein "Recht auf Vergessenwerden" und ein "Recht auf Löschung" haben. Es gibt jedoch gesetzliche Auflagen, die verhindern, dass alles gelöscht werden darf. Zum Beispiel müssen Buchungen und Verträge zehn Jahre aufbewahrt werden. Aber Kunden können verlangen, dass sie intern bei den Anbietern gesperrt werden, so dass die Kundenabteilung nicht erkennt, dass sie schon einmal beim Unternehmen Kunde waren.

Den vollständigen Finanztest-Bericht lesen Sie hier.