Bericht: Sexattacken und Morde sollen nicht an die Öffentlichkeit

Airbnb zahlt Millionen an Schweigegeld, um Angriffe auf Gäste zu vertuschen

Carla Stefaniak wurde 2018 in Costa Rica ermordet.
Carla Stefaniak wurde 2018 in Costa Rica ermordet.
© Picture Alliance/Associated Press

18. Juni 2021 - 20:17 Uhr

Geheimes Team soll für Airbnb Fälle aus der Öffentlichkeit halten

Die Vermietungsplattform Airbnb soll ein geheimes Team mit 100 Agenten beschäftigen, das nach Verbrechen in vermieteten Wohnungen die Beteiligten zum Schweigen bringt. Einer vergewaltigten Frau zahlte das Unternehmen laut einem Bericht des Portals "Bloomberg Businessweek" sieben Millionen Dollar, damit die Öffentlichkeit von dem Fall nichts mitbekommt.

Es gibt kaum eine finanzielle Grenze

Rund 50 Millionen Dollar pro Jahr gibt Airbnb demnach für derartige Zwecke aus. Die zuständigen Mitarbeiter hätten für ihre Zahlungen quasi keine Obergrenze, heißt es. Das Portal beschreibt mehrere Fälle, in denen Airbnb offenbar tief in die Tasche griff, um negative Publicity zu vermeiden. Darunter auch Mord wie im Fall der Amerikanerin Carla Stefaniak (36), die 2018 in Costa Rica von einem Wachmann in einer Airbnb-Wohnung getötet wurde. Eine unfassbar hohe Summe ließ sich das Unternehmen dem Bericht zufolge allerdings das Schweigen einer Australierin kosten.

Australierin in New York vergewaltigt

Airbnb
Airbnb soll jedes Jahr rund 50 Millionen Dollar ausgeben, damit Opfer von Verbrechen schweigen.
© deutsche presse agentur

Um mit ihren Freunden in New York Silvester zu feiern, soll die 29-Jährige Ende 2015 per Airbnb eine Wohnung in Manhattan gebucht haben. Doch die geplante Party zum Jahreswechsel wurde zum Horrortrip: Als die Frau Neujahr als Erste wieder in die Wohnung kam, lauerte im Bad ein Mann. Er hatte sich anscheinend den Schlüssel zur Unterkunft nachmachen lassen. Der Mann bedrohte die Australierin mit einem Messer und vergewaltigte sie. Dann floh er, kehrte wenig später jedoch zum Tatort zurück und wurde gefasst.

Dass der anschließende Prozess gegen den Vergewaltiger in der Öffentlichkeit kaum Beachtung fand, liegt laut "Bloomberg Businessweek" an Airbnb. Gegen Zahlung der sieben Millionen Dollar verpflichtete sich die 29-Jährige zwei Jahre später, zu dem Vorfall zu schweigen – und hielt sich daran.

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Auch Ex-CIA-Mitarbeiter Nick Shapiro arbeitet für Airbnb

Zu dem Team, das solche Fälle vertuschen soll, gehört dem Bericht zufolge auch der frühere CIA-Mitarbeiter Nick Shapiro. Er war Berater des Nationalen Sicherheitsrates des damaligen US-Präsidenten Barack Obama. Und sorgte im New Yorker Vergewaltigungsfall dafür, dass die Airbnb-Führungsetage schnell informiert wurde und die Australierin in ein Hotel kam. Ihrer Mutter soll das Team um Shapiro die Reise in die USA bezahlt und angeboten haben, sämtliche Gesundheits- und Beratungskosten zu übernehmen.

Airbnb: Können Opfern nichts verbieten

Ein Airbnb-Sprecher erklärte, das Unternehmen könne Opfern nicht verbieten, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Australierin habe man nach dem "schrecklichen Angriff" lediglich unterstützen wollen. (bst)