Opfer erzählt: "Es ist ein Fleischmarkt"

Gefährliches Leben arbeitsloser Models: Epstein-Kumpel Jean-Luc Brunel soll Models vergewaltigt haben

Sexueller Missbrauch in der Modelbranche Felix Hutt und sein Team decken auf
03:37 min
Felix Hutt und sein Team decken auf
Sexueller Missbrauch in der Modelbranche

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Das Leben der berühmten Supermodels ist eines voller Glamour und Action. Doch der Weg dahin ist lang und steinig. Viele bleiben auf der Strecke. Dass es dabei nicht nur bei Existenzängsten bleibt, sondern auch zu Verbrechen kommen soll, zeigt der Fall Jean-Luc Brunel. Dem französischen Modelagenten wird mehrfache sexuelle Belästigung vorgeworfen. Felix Hutt hat für seine Investigativreportage eines seiner Opfer getroffen.

Model erzählt von krimineller Kultur der Modelagenturen

Felix Hutt und sein Team decken in der neuen Investigativreportage die dunklen Seiten der glitzernden Modelwelt auf. Denn wer erfolgreich werden will, muss nicht nur einen perfekten Körper haben, sondern auch viel über sich ergehen lassen. So auch Thysia Huisman.

Das ehemalige Model erzählt dem RTL-Reporter von seiner Zeit in Paris, als sie im Job durchstarten wollte. Gefördert wurde sie von keinem Geringeren als Jean-Luc Brunel, einem der damals erfolgreichsten Modelagenten. Doch bereits in den 80er Jahren wurde dem französischen Agenten sexueller Missbrauch vorgeworfen. In einer Ausgabe des Nachrichtenmagazins "60 Minutes" erzählten junge Models damals Moderatorin Diane Sawyer von der kriminellen Kultur, die in einigen Agenturen in Europa herrschte.

"Felix Hutt Investigativ" in der Welt der Models
"Felix Hutt Investigativ" in der Welt der Models
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Das perfide System Brunel: "Er hat die Agentur, er hat die Mädchen"

"Es ist ein Fleischmarkt, du bist nur dafür da, dass einer dich mit nach Hause nehmen und ins Bett kriegen kann", erinnerte sich Courtney Soerensen, ein junges US-amerikanisches Model, in der Sendung an die Treffen mit Brunel und seinen Freunden. Die Frau schilderte, wie das System Brunel anscheinend abgelaufen sein soll: "Er hat die Agentur, er hat die Mädchen. Seine Freunde sagen: 'Jean-Luc, ich würde gerne ein Mädchen treffen' oder 'Wir schmeißen heute Abend eine Party, bring ein paar Mädchen.'" Sawyer hakte damals nach. Was denn passieren würde, wenn man als Model dazu nein sagt. "Dann arbeitest du nicht", so die Antwort.

Brunel soll auch seinen guten Freund, den Milliardär Jeffrey Epstein mit vielen minderjährigen Mädchen "beliefert" haben. Nachdem Brunel Ende 2020 festgenommen wurde, nimmt er sich im Gefängnis während der Recherchen des Investigativ-Teams das Leben, wie vor ihm schon Epstein. Die Geschichte von Brunel ist bekannt, auch Thysia Huisman erzählte von ihrer Erfahrung bereits in der Vergangenheit.

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Model Thysia Huisman: Brunel "hat mich aufs Bett geworfen"

"Paris wird wohl niemals meine Lieblingsstadt werden. Das erste Mal als ich zurückkam, war ich hier, um Jean-Luc Brunel bei der Polizei anzuzeigen. Da hatte ich eine Panikattacke im Zug. Aber dieses Mal war's okay", sagt sie Hutt und schildert die mutmaßliche Vergewaltigung, die sie nachhaltig traumatisiert hat.

Brunel soll sie mit Drogen in einem Drink gefügig gemacht haben. "Ich erinnere mich, dass er mich mit in sein Schlafzimmer genommen hat. Er hat mich aufs Bett geworfen. Und ab da habe ich Erinnerungslücken, aber einiges ist glasklar. Also er hat mich aufs Bett gestoßen, sich auf mich gelegt und er hat versucht, mich zu küssen. Und dann hat er mein Shirt zerrissen, seine Hände waren überall. Und ich hatte einen Blackout, aber ich kann mich dran erinnern, dass er in mich eingedrungen ist. Er hatte Sex mit mir", erläutert das ehemalige Model.

Mehr über die Schattenseiten der Modebranche und weitere Aufdeckungen von Felix Hutt sehen Sie um 20.15 Uhr bei RTL oder bei RTL+ in der Doku "Felix Hutt Investigativ: Mode. Macht. Missbrauch. Das skrupellose Geschäft mit jungen Models".

Hier finden Sie Hilfe in schwierigen Situationen

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