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Gefährliche Urlaubs-Mitbringsel: Diese Souvenirs können Sie in den Knast bringen

Achtung bei Muscheln, Tieren, Pflanzen und Co.

Gefährliche Urlaubs-Mitbringsel: Diese Souvenirs können Sie in den Knast bringen

Frau sammeln Muscheln am Strand
Muscheln sammeln - Teil eines jeden Urlaubs. Doch nicht immer darf man dieses Souvenir auch einführen.
iStockphoto

So eine schöne Muschel! Und diese Blume – so hübsch. Ach, den Stein nehme ich auch noch mit… Ja, wenn wir in fernen Ländern im Urlaub sind, wollen wir natürlich richtig viele Erinnerungen sammeln. Wenn möglich, nicht nur in Gedanken, sondern in handfester Form. Da wandern Muscheln, Pflanzen und Co. gern mal mit in den Koffer, doch das kann ganz schön teuer werden! Wir verraten Ihnen, welche Souvenirs der Zoll gar nicht gerne in Ihrem Gepäck sieht.

Fallbeispiel Irak: Hier droht die Todesstrafe!

Er habe nicht gewusst, dass er eine Straftat begehe! Mit diesen Worten versucht der Brite Jim Fitton seinem Todesurteil zu entgehen. Wie der Fernsehsender „Sky News“ auf seiner Website berichtet, war der 66-Jährige im Irak auf einem Archäologie-Trip gewesen und habe von dort mehrere Steine und eine Tonscherbe mit nach Hause nehmen wollen. Doch am Flughafen in Baghdad folgt dann der Schock. Die Steine und Scherben sind historische Artefakte, Fitton habe sich damit des Antiquitätenschmuggels schuldig gemacht. Im Irak bedeutet das im schlimmsten Fall die Todesstrafe.

Wenn einem Archäologen schon solch ein Fehltritt passieren kann, wie hoch ist dann erst die Chance, dass ein Durchschnittsurlauber aus Versehen das „falsche Souvenir“ mitgehen lässt?

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Jim Fiitton und seine Ehefrau Sarijah.
Jim Fiitton und seine Ehefrau Sarijah. Der Brite sitzt momentan im Irak im Gefängnis. Er wird des Antiquitätenschmuggels bezichtigt.
DV, AP

Vorsicht bei diesen Souvenirs!

Damit jeder Urlauber nicht nur beruhigt IN den, sondern auch beruhigt AUS dem Urlaub kommen kann, haben die deutsche Zollverwaltung und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) 2019 die gemeinsame Website „artenschutz-online.de“ gestartet. Auf der können Urlauber ihr Reiseland nachschlagen und eine Liste aller Tiere, Pflanzen, Steine und Erzeugnisse gezeigt bekommen, die sie unter keinen Umständen einführen sollten. Darunter fällt nicht nur die Einfuhr dieser Pflanzen und Tieren selbst – zum Beispiel eine Vogelspinne aus Mexiko – sondern auch Souvenirs, die aus Teilen davon bestehen – zum Beispiel ein Ring aus Elfenbein oder eine Handtasche aus Schlangenleder.

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Diese Tiere und Pflanzen sind laut dem deutschen Zoll am häufigsten bei deutschen Urlaubern im Gepäck zu finden und dürfen nur mit einem „artenschutzrechtlichen Dokument“ eingeführt werden:

  • Elfenbein oder Elefantenleder
  • Jagdtrophäen von geschützten Tierarten
  • exotische Felle und Pelzmäntel
  • sämtliche wild lebenden Katzenarten
  • alle Affen, einschließlich Fleisch
  • Nashornprodukte
  • lebende oder ausgestopfte Vögel
  • Krokodile, Kaimane und Schlangen
  • Meeresschildkröten und Produkte aus Schildpatt
  • Kakteen oder kakteenähnliche Pflanzen, Tillandsien und Orchideen
  • Korallen, Muschel- und Schneckenschalen
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Diese Strafen drohen - in Deutschland und im Ausland

Auch wenn in Deutschland niemand dafür umgebracht wird, wenn er ein historisches Artefakt aus dem Urlaub mitbringt, drohen auch hierzulande Konsequenzen für den unwissenden Schmuggler. Laut „artenschutz-online.de“ werden die Souvenirs beschlagnahmt und für jedes illegale Souvenir gebe es ein Bußgeld von mehreren hundert Euro, manchmal auch mehr. Außerdem werde ein Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Werden Urlauber wiederum im Ausland erwischt, kann es teurer und auch lebensgefährlich werden. Laut der Website „reisereporter.de“ müssen Reisende, die in Italien, Griechenland oder Großbritannien Sand oder Kieselsteine mitnehmen, bis zu 3.000 Euro Strafe zahlen. Nicht zu vergessen die Türkei, die für Antiquitätenschmuggel bis zu zehn Jahren Haft verhängt oder der Irak, der sogar mit der Todesstrafe droht. Dort sitzt der Brite Jim Fitton übrigens noch immer in U-Haft. Der britische Botschafter habe den Fall bereits vier Mal mit den irakischen Behörden beredet, heißt es bei „Sky News“, bisher jedoch ohne Erfolg.

So verlockend all diese „verbotenen“ Souvenirs also auch sein mögen – einen Gefängnisaufenthalt oder gar den Tod sind sie mit Sicherheit nicht wert. (jbü)