Baby-Boom in Deutschland

9 Monate nach erstem Lockdown-Ende: Geburten auf höchstem Stand seit 20 Jahren

Neugeborenes schläft auf der Säuglingsstation im Bett (Symbolfoto).
Neugeborenes schläft auf der Säuglingsstation im Bett (Symbolfoto).
© picture alliance / blickwinkel/M, McPHOTOf

16. Juni 2021 - 9:10 Uhr

Anstieg der Geburtenrate in zeitlichem Zusammenhang mit Ende des ersten Lockdowns

Corona hat unserem Land den ersten Lockdown beschert: Kinos zu, Kneipen zu, Restaurants zu, Geschäfte zu, keine Konzerte. Das bedeutet aber auch: Kaum Möglichkeiten, andere Menschen kennenzulernen. Nach dem Ende des ersten Lockdowns war entsprechend die Lust auf Freiheit groß und offenbar auch sehr ergiebig: Denn genau 9 Monate nach dem Ende des ersten Lockdowns hat es in Deutschland einen regelrechten Baby-Boom gegeben. Die Geburtenzahl im März 2021 ist auf dem höchsten Wert seit mehr als 20 Jahren.

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Mehr als 65.000 Geburten in einem März gab es zuletzt 1998

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sind im März 2021 insgesamt 65.903 Kinder zur Welt gekommen. Mehr als 65.000 Geburten in einem März gab es zuletzt 1998. Im Vergleich zum März 2020 ist die Geburtenzahl in diesem Jahr um etwa 5.900 (10 Prozent) gestiegen.

Bereits im Februar 2021 hatte sich laut Destatis eine leichte Zunahme der Geburten angedeutet (+6 Prozent im Vergleich zum Februar 2020), die sich im März weiter verstärkt hat. Der Anstieg steht in zeitlichem Zusammenhang mit dem Abflachen der ersten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland und den Lockerungen ab Anfang Mai 2020, so die Statistiker. Ein Blick auf die Zahlen vom Jahresbeginn zeige außerdem, dass während des ersten Lockdowns offenbar nicht mehr Kinder gezeugt wurden als sonst: Im Januar 2021 lagen die Geburtenzahlen noch in etwa auf Vorjahresniveau.

Experten haben nicht mit Baby-Boom gerechnet

Zwar haben auch Experten im letzten Jahr mit einer so starken Zunahme an Geburten nicht gerechnet, ganz überraschend kommen die Corona-Babys aber auch nicht. "Weil vielleicht Paare, die einen Kinderwunsch hatten, mehr Zeit und Gelassenheit hatten", sagte Christian Albring, Präsident vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Allerdings gab Albrig auch zu bedenken: Andererseits kämen durch die Corona-Pandemie Paare auch in finanzielle Not, so dass sie möglicherweise den Gedanken an ihren Kinderwunsch zurückstellten.

Lese-Tipp: Zyklus, Fruchtbarkeit, Ernährung – so klappt es mit dem Kinderwunsch

Warum die Geburtenrate genau 9 Monate nach dem Ende des ersten Lockdowns gestiegen ist, darüber haben die Statistiker offenbar keine Erkenntnis. Vielleicht haben viele Menschen ihre neue Freiheit so genießen können, dass sie besonders schnell zur Sache gekommen sind. Um so schöner, dass sich offenbar besonders viele Paare für eine Schwangerschaft entschieden haben und wir jetzt einen so schönen Höchststand feiern können. (aze)

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