Sie kam in der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt

Füße in der Größe von 5-Cent-Münze: Frühchen Francesca kämpft sich zurück ins Leben

Francesca Bradley-Curran kam in der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt - und überlebte!
Francesca Bradley-Curran kam in der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt - und überlebte!
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01. März 2021 - 11:44 Uhr

Francesca wog nur 624 Gramm

Francesca Bradley-Curran hatte einen schweren Start ins Leben. Denn die kleine Britin aus Liverpool, Merseyside kam bereits in der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt, wog nur 624 Gramm. Wäre sie nur 48 Stunden früher geboren worden, hätten die Ärzte der Kleinen keine Überlebenschance gegeben. Doch das "Wundermädchen" kämpfte sich zurück ins Leben. So geht es ihr heute.

Hirnhautentzündung, Blutvergiftungen, Lungenkollaps

"Es ist immer noch aufwühlend für mich, an damals zurückzudenken", erzählt Francescas Mama Victoria Bradley im Interview mit dem Magazin "Mirror". "Ich denke dann immer: 'Wie habe ich es damals geschafft, das zu überstehen?' Es war so eine beängstigende Zeit." Als ihr kleines Mädchen zur Welt kam, legten die Ärzte den Eltern nahe, dass selbst wenn Francesca überleben würde, sie vermutlich niemals laufen oder sprechen können würde.

Doch Francesca kämpfte. Sie überstand eine Hirnhautentzündung, hatte drei Blutvergiftungen, eine Lungenentzündung, zwei kollabierte Lugenflügel, bekam 16 Bluttransfusionen und eine Augen-OP, bis sie endlich aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

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So geht es Francesca heute

Mama Victoria über Tochter Francesca heute
„Ich schaue sie jeden Tag an und denke, dass sie mein laufendes, sprechendes Wunder ist", schwärmt Mama Victoria über Töchterchen Francesca.
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Im April feiert Francesca bereits ihren fünften Geburtstag und besucht seit Kurzem die Vorschule. Das putzmuntere Mädchen plappert gerne und hat sich prächtig entwickelt. Sie trage bereits Kleidung für Sechs- bis Achtjährige und auch ihre Sehfähigkeit sei trotz des viel zu frühen Starts ins Leben "perfekt", schwärmt Mama Victoria. "Es ist verrückt zu denken, dass die Ärzte uns damals sagten, dass sie, selbst wenn sie überlebt, niemals laufen oder sprechen können würde – jetzt schaffen wir es nie, dass sie mal stillsitzt."

Behutsam versucht die 41-Jährige, ihrer Tochter mithilfe von Videos und Fotos von damals zu erklären, warum sie etwas ganz Besonderes ist. Eines dieser Fotos zeigt eine 17 Millimeter große Münze - daneben die Fußabdrücke der neugeborenen Francesca, die kaum größer waren. "Ich glaube, da hat sie begriffen, wie klein sie wirklich war", vermutet Victoria.

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Überlebenschancen von Frühchen

Durch die intensive Pflege und Behandlung im Brutkasten haben sich die Überlebenschancen von Frühgeborenen enorm verbessert. Bei einer Frühgeburt ab der 24. Schwangerschaftswoche hat das Baby heute bei intensivmedizinischer Betreuung gute Chancen zu überleben. Ab der 28. Woche liegen die Überlebenschancen sogar schon bei 95 Prozent. Dennoch ist das Risiko bei Babys, die vor der 28. Woche auf die Welt kommen, hoch, dass sie bleibende Schäden davontragen. Das größte Problem bei einer Frühgeburt ist meist die Atmung des unreifen Kindes. Da die Lunge nicht vollkommen ausgebildet ist, hat sie nicht die volle Lungenfunktion. Jedoch lässt sich durch eine medikamentöse Beschleunigung der Lungenreifung in vielen Fällen ein Sauerstoffmangel verhindern.

In den meisten Fällen entwickeln sich die Frühgeborenen aber zu gesunden Kindern. Sie können zwar in ihrer Entwicklung im Vergleich zu anderen Kindern noch über Jahre zurück sein, schließen aber meist irgendwann auf. Kinder, die zwischen der 32. und 37. Schwangerschaftswoche geboren werden, holen meist in ihrer Entwicklung schnell auf und unterscheiden sich selten von reif geborenen Babys.

Mehr Informationen über die Entwicklung von Frühchen und warum bei ihnen die Eltern-Kind-Beziehung überlebenswichtig ist, lesen Sie hier.