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Oldenburger Startup unterstützt Frauen im Leistungssport

15. September 2021 - 16:36 Uhr

Plattform führt Sportlerinnen und Sponsoren zusammen

Ob im Fußball, Handball oder der Leichtathletik: Leistungssport ist häufig ein Fulltime-Job. Aber während Männer schon in den unteren Ligen Geld verdienen, können Frauen selbst in den ersten Ligen oft nicht von ihrem Geld leben. Um die Chancengleichheit und eine gleiche Bezahlung im Leistungssport voranzutreiben, haben zwei Studentinnen ein Startup für Leistungssportlerinnen gegründet. Eine Plattform aus Oldenburg soll die Sponsorensuche vereinfachen.

Wie stressig der Alltag zwischen Training und Job ist, erzählt Leistungssportlerin Julia Renners im Video.

Sie muss zahlen, er verdient

Laura Elbers und Lina Soffner haben das Startup "equalchamps" gegründet.
Laura Elbers und Lina Soffner haben das Startup "equalchamps" gegründet.
© RTL Nord

Vor zwei Jahren entsteht in Oldenburg die Idee für "equalchamps". Die Gründerinnen Laura Elbers und Lina Soffner beschäftigen sich im Rahmen von einem Uni-Projekt mit den Gehaltsunterschieden zwischen Frauen und Männern im Leistungssport. Eine befreundete Handballerin berichtet ihnen von ihren Erfahrungen. "Sie hat uns erzählt, dass sie oft noch selbst die Fahrtkosten tragen muss zu den Turnieren und zu den Wettkämpfen und ihr Freund, der einige Ligen unter ihr spielt, auch schon mit dem Sport Geld verdient", erzählt Laura im Interview mit RTL Nord.

Algorithmus ermittelt passende Sponsoren

Auf der Seite können sich Unternehmen und Sportlerinnen oder Mannschaften registrieren.
Auf der Webseite können sich Unternehmen und Sportlerinnen oder Mannschaften registrieren.
© RTL Nord

Weltweit geben Unternehmen rund 26 Milliarden Euro für Sportsponsoring aus. Nur etwa sieben Prozent davon gehen in den Frauensport. Das wollen die beiden Studentinnen ändern. Ihre Plattform "equalchamps" vermittelt Leistungssportlerinnen oder Mannschaften an mögliche Sponsoren. "Es ist so, dass sich sowohl Unternehmen als auch Sportlerinnen oder auch Mannschaften ein kostenloses Profil anlegen können. Dabei geben die Sportlerinnen an, welche Art von Sponsoring sie suchen und geben einen kleinen persönlichen Einblick über die eigene Motivation zum Sport. Basierend auf diesen Profildaten generiert ein 'Matching Algorithmus' passende Sponsorings", erklärt Lina das Prinzip – eine Art Online-Dating für Sportlerinnen und Sponsoren.

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Gehaltsunterschiede sind weltweites Problem

Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen, die sogenannte "Gender Pay Gap", gibt es nicht nur in Deutschland. Der Norwegische Fußballverband hat deswegen schon 2018 beschlossen, dass Fußballerinnen und Fußballer das gleiche Gehalt bekommen. Auch in Brasilien erhält die Frauen-Nationalmannschaft seit 2020 genauso viel wie die Männertruppe. Und seit September 2021 erhalten die Fußball-Nationalspielerinnen von Irland die gleichen Auflaufprämien wie die Männer-Nationalmannschaft.

Mit ihrem Startup wollen auch Laura und Lina Teil der Veränderung sein und die finanzielle Fairness im Leistungssport vorantreiben. (lzi)

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