Demonstrationen in Hamburg und Hannover

Fridays for Future-Aktivisten: Darum gehen sie 100 Tage vor der Bundestagswahl auf die Straße

Fridays For Future-Demonstration in Hannover.
Fridays For Future-Demonstration in Hannover.
© RTL Nord

18. Juni 2021 - 14:16 Uhr

Die Aktivisten wollen auf ihre Anliegen aufmerksam machen

Bundesweit sind die Aktivisten der Klimaschutzbewegung Fridays for Future heute wieder auf die Straße gegangen – auch bei uns im Norden. In Hamburg waren dank eines ausgefeilten Hygienekonzeptes 2000 Demonstranten erlaubt, auch in Hannover wurde gestreikt. 100 Tage vor der Bundestagswahl wollten die Aktivisten auf ihre Anliegen aufmerksam machen.

Das 1,5-Grad-Ziel könne man schon 2035 erreichen

Aber warum eigentlich genau 100 Tage vor der Wahl? "Momentan ist es so, dass keine der Parteien einen Plan für die 1,5 Gradgrenze hat. Wir haben in den letzten Jahren gesehen, dass Politiker*innen und Staatschef*innen gerne dazu neigen, sich zu mehr Klimaschutz zu bekennen, aber es sich oft als leere Versprechungen entpuppen", sagt Helen Knorre, Mitinitiatorin der Demonstration in Hannover. Im Pariser Klimaabkommen wurde 2015 beschlossen, dass es auf der Erde nicht mehr als zwei Grad wärmer werden soll, als es vor etwa 150 Jahren war. Wenn möglich, soll die Erderwärmung sogar auf 1,5 Grad beschränkt werden. Aktuell ist dieses Ziel für 2050 geplant. Den Aktivisten geht das zu langsam: Um der Politik zu zeigen, dass dies viel schneller möglich wäre, haben sie im Oktober 2020 beim Wuppertal Institut eine eigene Studie in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Man könne das 1,5-Grad-Ziel sogar schon 2035 erreichen.

Koalitionsverhandlungen seien besonders wichtig

"Wir brauchen eine umfassende Mobilitäts- und Energiewende. Der Kohleausstieg 2038 ist viel zu spät, wir brauchen einen Kohleausstieg mindestens schon 2030 und komplette Klimaneutralität 2035, sonst kann das Überschreiten von irreversiblen Kippungen nicht mehr verhindert werden und dann haben wir keinen lebenswerten Planeten mehr", sagt Helen Knorre. Für die Fridays for Future-Aktivisten sei die Bundestagswahl besonders wichtig, aber noch wichtiger seien die Koalitionsverhandlungen: "Die Koalitionsverhandlungen bestimmen, wie Klimaschutz in den nächsten Jahren aussehen wird und da wollen wir eben den Druck auf der Straße hochhalten für Gerechtigkeit und Klimaschutz", meint Knorre. (rri)